Stadtzeitung Lübeck

Herausgegeben von der Hansestadt Lübeck

Samstag, 20. Juli 2019

Ausgabe vom 15. September 1998

Bundespräsident lobt die Akademie

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Bundespräsident und Fan; Foto: T. Wewer

"Die Vergangenheit aufzuarbeiten, ist ein unumgänglicher Schritt zur Versöhnung", lobte Bundespräsident Roman Herzog das mittlerweile zehnjährige Bemühen der Ostsee-Akademie im Pommernzentrum in Travemünde, Brücken zu schlagen zwischen den Völkern Mittel- und Osteuropas. "Wenn es die Akademie nicht schon gäbe, müßte man sie schaffen", so Herzog vor den Gästen aus dem In- und Ausland, die gemeinsam mit Akademieleiter Dr. Dietmar Albrecht sowie dem Akademiepräsidenten Dr. Philipp von Bismarck den runden Geburtstag vergangene Woche mit einem Festakt feierten.

Durch die gemeinsame Suche nach Wahrheit würden Gräben zugeschüttet, sagte der Bundespräsident. Dies gehe jedoch nicht ohne Diskussion, "und manchmal auch nicht ohne Streit und Dissenz." Die Akademie sei dabei in den vergangenen zehn Jahren der richtige Ort gewesen, um über die europäische Vergangenheit zu sprechen - und noch mehr über die Zukunft.

Diesen Ausführungen schlossen sich die weiteren Festredner, unter ihnen Ministerpräsidentin Heide Simonis und der Vorsitzende des Auswärtigen Ausschusses im Senat der Republik Polen, Prof. Dr. Wladyslaw Bartoszewski, vol-ler Überzeugung an. Die Hansestadt Lübeck wurde von Stadtpräsident Peter Oertling, Bürgermeister Michael Bouteiller, mehreren Senatoren und Bürgerschaftsmitgliedern vertreten. Als Vertreter der Bundesregierung war der Staatssekretär im Bundesinnenministerium, Manfred Carstens, nach Travemünde gekommen. Er versprach, sich weiterhin für eine Förderung der Einrichtung einzusetzen - in Zeiten immer leerer werdender Kassen wurde diese Zusage mit starkem Beifall bedacht.

Die Ostsee-Akademie in Travemünde veranstaltet Tagungen, Seminare und Exkursionen, um die Zusammenarbeit unter den Ostseeanrainer-Staaten und weiteren Ländern Mittel- und Osteuropas zu stärken.

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