Stadtzeitung Lübeck

Herausgegeben von der Hansestadt Lübeck

Mittwoch, 17. Juli 2019

Ausgabe vom 15. September 1998

Über das Ziel hinaus geschossen

Zu: "Neuer Eigenbetrieb". SZ vom 1. September

In dem Bemühen, peinlich genau darauf zu achten, daß dem weiblichen Geschlecht auch im Sprachgebrauch Gerechtigkeit widerfährt und die Gleichstellung gewahrt ist, sind Sie über das Ziel hinausgeschossen. Es heißt in dem Artikel über den neuen Eigenbetrieb, daß "die Frauenbeauftragte der Hansestadt, Gisela Heinrich, eine Schlechterstellung insbesondere der weiblichen Mitarbeiterinnen" fürchte. Wegen der "männlichen Mitarbeiterinnen" besteht mithin eine solche Befürchtung offenbar nicht. Am Ende des Artikels vermisse ich hingegen die säuberliche Unterscheidung der Geschlechter; ich hätte erwartet, daß nicht nur Bürgerschaftsmitglieder den Eigenbetrieb beschlossen hätten (nebenbei: wie kann man einen Betrieb beschließen?), sondern daß der Beschluß von "weiblichen und männlichen Bürgerschaftmitgliedern" gefaßt worden sei.

Zu diesem Thema möchte ich noch die Beobachtung anfügen, daß in der Lübecker Innenstadt nur "Anwohner", aber keine "Anwohnerinnen" parken dürfen, jedenfalls wenn man den Text auf den einschlägigen Verkehrsschildern wörtlich nimmt. Wäre hier nicht das beherzte Eingreifen der Frauenbeauftragten angezeigt?

Dr. Rolf Dencker, Stockelsdorf

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