Stadtzeitung Lübeck

Herausgegeben von der Hansestadt Lübeck

Dienstag, 16. Juli 2019

Ausgabe vom 15. September 1998

Wohnen in Lübeck: <br>Sozial, ökologisch und bezahlbar

Bündnis 90 / Die Grünen

Wenn konservative Politiker und Politikerinnen sagen, die Situation des Wohnungsmarktes sei zur Zeit "entspannt", dann meinen sie damit, daß die öffentliche Förderung des Wohnungsbaus gesenkt oder eingestellt werden kann. Hierbei wird zumeist verschwiegen, daß lediglich Menschen mit hohem Einkommen eine Auswahl bei der Wohnungssuche haben, denn nur bei teurem Wohnraum ist das Angebot höher als die Nachfrage. An bezahlbaren Wohnungen für Geringverdienende, für Alleinerziehende, kinderreiche Familien, für Schwerbehinderte oder auch akut Wohnungslose herrscht nach wie vor großer Mangel. Die Stadt ist also weiterhin auf die Bereitstellung öffentlich geförderter Wohnungen angewiesen, um preiswerten Wohnraum zu erhalten und Mietsteigerungen zu verhindern.

Wohnungsbau fördern

Die Grünen setzen sich dafür ein, öffentliche Gelder umzulenken, gerechter und gezielter einzusetzen als bisher: im Wohnungsbestand, in der Eigentumsbildung und wo nötig auch im Neubau. Zur Zeit versickern jährlich 12 Milliarden Bundesmittel in der Abschreibungsförderung, in Zulagen für den Eigenheimbau und in teuren Sozialwohnungen für 13 DM pro Quadratmeter, die denen nichts nützen, die Unterstützung benötigen.

Wohngeld erhöhen

Genossenschaften, die zur Bildung von Gemeinschaftseigentum beitragen, sollten ähnlich gefördert werden wie Investoren des Mietwohnungsbaus und wie "Häuslebauer". - Das Wohngeld ist dringend zu erhöhen, weil die Belastungen der Haushalte durch Mieten in den letzten Jahren enorm gestiegen sind, während das Wohngeld seit 1990 nicht erhöht wurde. Durch Einsparungen bei der Eigenheimförderung werden Wohngeldaufstockungen finanzierbar. - Mietsteigerungen sind durch eine Begrenzung auf maximal 15 Prozent in drei Jahren zu bremsen, statt sie, wie jetzt seit dem 1. September geschehen, durch Erhöhen der sogenannten Kappungsgrenze auf 30 Prozent zu beschleunigen.

Für weitere Informationen zur Wohnungspolitik sorgt eine Veranstaltung am 16. September um 19.30 Uhr in der ,Neuen Rösterei` (Wahmstraße 43) mit Wohnungsbauministerin Angelika Birk.

V.i.S.d.P.:

Hans-Jürgen Schubert

Zurück zur Übersicht

 
Jetzt Werbung schalten auf www.luebeck.de