Stadtzeitung Lübeck

Herausgegeben von der Hansestadt Lübeck

Samstag, 20. Juli 2019

Ausgabe vom 22. September 1998

Trend: "Event-Kultur"

Vor allem Sonderausstellungen locken in Museen

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Die Besucher von Burgkloster und Buddenbrookhaus eingerechnet, kamen 1997 trotz des allgemein sinkenden Trends 5964 mehr Gäste in die Museen als 1992; SZ-Grafik

1988 verzeichneten die städtischen Museen 221 822 Besucher. Als 1992 das Burgkloster und 1993 das Buddenbrookhaus dazukamen, lag diese Zahl - die beiden Einrichtungen eingerechnet - wesentlich höher: 325 726. Seitdem ist der Besucherstrom wieder zurückgegangen: 1997 kamen nur noch 227 786 Besucher in die städtischen Museen (ohne Buddenbrookhaus und Burgkloster sogar nur 166 835 Besucher ).

Dr. Helmut Sydow, Leiter des Museumsamtes in Schleswig-Holstein: "Die Jahre der selbstverständlichen öffentlichen Subventionen sind vorbei." Die Museen müßten nun unternehmerisch denken und handeln. "Daher war es wichtig, den Renner Buddenbrookhaus ins Leben zu rufen." Der neue Unternehmergeist im Land habe allerdings auch dazu geführt, daß Eintrittsgelder eingeführt oder erhöht wurden, was so manchen potentiellen Museumsbesucher abgeschreckt habe.

Dr. Ada Kadelbach, Bereichsleiterin Kunst und Kultur, erläutert: "Es ist ein bundesweiter Trend, daß der normale Museumsbesuch zurückgeht, die Leute aber in die Sonderausstellungen strömen." Es habe sich eine "Event-Kultur" entwickelt, auf den die Hansestadt reagiere, indem sie Museumscafés und -shops einrichte und Sonderausstellungen und -veranstaltungen organisiere. So verzeichnete etwa die Geschichtswerkstatt bei der Ausstellung "Zwangsarbeit" so viele Besucher, wie nie zuvor.

75 Prozent der Museumsbesucher Schleswig-Holsteins sind laut Sydow Touristen. Im schlechten Sommer 1998 waren zwar die Strände leer, aber für die Museen zeichnen sich steigende Besucherzahlen ab.

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