Stadtzeitung Lübeck

Herausgegeben von der Hansestadt Lübeck

Freitag, 19. Juli 2019

Ausgabe vom 22. September 1998

Mut statt Angst

Bei BIFF: Rat gegen sexuellen Kindesmißbrauch

BIFF, die "Beratung und Information für Frauen", will Informationen darüber möglichst breit streuen, wie sexuelle Gewalt an Kindern verhindert werden kann. "Die Lehrer können diesen gesellschaftlichen Auftrag nicht allein erfüllen", erklärt BIFF-Mitarbeiterin Heike Schüttler. Deshalb müsse eine Vernetzung zwischen Schule, Zuhause und Hilfsangeboten aufgebaut werden. Daher haben die Grundschullehrer und alle Eltern, deren Kindern in diesem Jahr eingeschult wurden, einen Ratgeber für Mütter und Väter zum Thema bekommen.

Die Broschüre wurde von der Arbeitsgemeinschaft Kinder- und Jugendschutz (ASJ) in Köln erstellt und kann bei BIFF, Mühlenbrücke 17, Telefon und Fax (04 51) 7 06 02 02 bestellt werden. Sie geht der Frage nach, wo sexueller Mißbrauch anfängt, was die Ursachen dafür sind und welche Symptomee mißbrauchte Kinder zeigen. Das Heft gibt Tips, wie das Selbstbewußtsein von Kindern gestärkt werden kann, aber auch, was Eltern tun können, wenn ihr Kind sexuell mißbraucht wurde. "Die Auseinandersetzung mit diesem Thema muß stattfinden, und das möglichst, bevor das Schlimmste eingetreten ist", so Maike Weeken, ebenfalls Mitarbeiterin des Vereins. Der beste Ansatz für vorbeugende Arbeit sei eine Erziehung, die Kindern Mut und sie damit weniger wehrlos mache.

Einen leichten Einstieg, um über das heikle Thema in der Schule und zu Hause zu sprechen, bietet das Theaterstück "Komm mit - Hau ab" des Vereins Zartbitter aus Köln. Es wird im Herbst allen Grundschülern gezeigt. Das "starke Stück" und die anschließende Diskussion gehen spielerisch auf Selbstwertgefühl und Selbstbestimmung ein. "Es soll Mut und nicht Angst machen und lähmen", erklärt Weeken.

Warum BIFF diesen Weg beschreitet? "Wir haben festgestellt, daß Informationsmaterial häufig nicht die Zielgruppe erreicht, für die es erstellt worden ist", so Weeken. Der Verein wird überwiegend von der Stadt und dem Landes-Frauenministerium finanziert.

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