Stadtzeitung Lübeck

Herausgegeben von der Hansestadt Lübeck

Dienstag, 23. Juli 2019

Ausgabe vom 22. September 1998

Parken in Lübeck ist billig

Zu: "Ein psychologisches Problem". SZ vom 8. September

Ja, die Höhe der Parkgebühren in Lübeck wurde zum Problem, aber nur, weil niemand sagt, was Sache ist. Wir behaupten: Parken in Lübeck ist billig. Das Lübeck-Management hat schon 1997 festgestellt, daß in Städten in der Größenordnung Lübecks eine durchschnittliche Parkgebühr von 2,17 Mark pro Stunde gezahlt wird.

"Lübeck hat einen etwas niedrigen Wert, da es nur wenige hundert Parkplätze gibt, die mehr als zwei Mark kosten, aber viele tausend, die zwei Mark und weniger kosten." (Lübeck Brief 1/1997).

Wenn man zum Beispiel in der Kanalstraße eine Stunde parkt, kostet das auf den Parkplätzen drei bis fünf je Stunde zwei Mark, abzüglich Gutschein - man parkt also kostenlos!

Wir verstehen nicht, warum regelmäßig verschwiegen wird, daß man beim Parken an einem Parkautomaten grundsätzlich einen Gutschein über immerhin zwei Mark bekommt, der in rund 130 Geschäften der Altstadt eingelöst wird. Warum stellt man diese Leistung nicht heraus? Lieber läßt man Uninformierte unsachlich dahermeckern und den Ruf unserer Stadt ankratzen.

Es ist schon merkwürdig, daß auf diese sehr günstige Parkmöglichkeit niemand aufmerksam macht, weder die örtliche Tageszeitung, noch die KWL oder das Lübeck-Management, das sich ja dem Handel verpflichtet fühlt. Und Teile dieses Handels zahlen schließlich die jeweils zwei Mark.

Wir vermuten übrigens, daß bei den zitierten Angaben aus dem Lübeck Brief die Gutscheine nicht berücksichtigt wurden.

Die probeweise Senkung der Parkgebühren ist aus den genannten Gründen unsinnig; es würde völlig genügen, mit dem positiven Sachverhalt zu werben. Und: mit Sicherheit wird die Senkung nach der Probezeit nicht zurückgenommen.

Die Wirtschaftsorganisationen setzen sich (nicht erst seit gestern) sehr stark für Autofahrer als Kunden ein. Das ist ihr gutes Recht. Der Einzelhandel würde mit Sicherheit größere Umsätzen machen können, wenn die Wirtschaftsorganisationen sich mit gleicher Tatkraft auch für die stärkere, umweltschonende Nutzung von Bus und Bahn einsetzen würde.

Initiativen für die "autofreie"
Altstadt, Hans Meyer, Lübeck

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