Stadtzeitung Lübeck

Herausgegeben von der Hansestadt Lübeck

Samstag, 20. Juli 2019

Ausgabe vom 06. Oktober 1998

Umdenken beim Konsum

Lebensmittel aus der Region bevorzugen - Breite Angebotspalette

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Finn Diekmann holt sich sein Frühstücksei direkt vom Huhn

Viele Lebensmittel haben eine lange Reise hinter sich, bevor sie auf dem heimischen Tisch landen. Für diese Lebensmittel-Transporte per Lkw - bei Obst auch mit dem Flugzeug - wird eine große Menge Energie verbraucht. Das hat erhebliche Auswirkungen auf unser Klima, heißt es in den Informationen und Handlungstips zum Thema Ernährung, die den Teilnehmerinnen und Teilnehmern der schleswig-holsteinischen "Agenda 21"-Aktion (siehe nebenstehenden Kasten) zur Verfügung gestellt wurden. Diese Transporte seien aber gar nicht zwingend notwendig, denn viele Lebensmittel könnten aus der Region bezogen werden, heißt es in dem Leitfaden weiter.

Produkte aus der Region zu erwerben ist auf jeden Fall möglich bei Brot, Fisch, Fleisch, Wurst, Milch, Käse, Joghurt, Eiern, Säften, Mineralwasser sowie bei vielen Gemüse- und Obstsorten (je nach Jahreszeit). Fündig wird man auf dem Wochenmarkt, in Direktvermarktungs-Läden aber auch in immer mehr Lebensmittelgeschäften.

Freilandware sollte tiefgefrorener und Treibhaus-Ware vorgezogen werden. Denn Tiefkühlkost und Treibhaus-Ware verbrauchen in jedem Fall mehr Energie (Lagerung beziehungsweise Treibhäuser), wird in dem Ratgaber zu Bedenken gegeben. Deshalb sollte insbesondere Obst und Gemüse frisch, und das heißt nur in der entsprechenden Jahreszeit gekauft werden. Saison-Kalender helfen bei der Übersicht, wann welches Obst und Gemüse reif ist.

Bei Produkten, die nicht aus der Region gekauft werden können, wie zum Beispiel Kaffee, Tee oder Kakao, und die häufig aus den sogenannten armen Ländern kommen, können die Verbraucherinnen und Verbraucher fair gehandelten und ökologisch erzeugten Produkten den Vorzug geben. Dies entspreche dem "Agenda 21"-Gedanken.

Weniger Fleisch essen

Auch beim Fleisch wird ein Umdenken empfohlen. Denn übermäßiger Fleischkonsum ziehe ökologische, soziale und ethische sowie gesundheitliche Probleme nach sich. Nur ein Beispiel: Um ein Kilo Fleisch zu erzeugen, werde etwa 100 mal mehr Wasser verbraucht als für ein Kilo pflanzliche Nahrung, rechnet der Leitfaden vor.

Tierische Nahrungsmittel würden bei uns zum Teil mit Hilfe von Futtermitteln aus den Entwicklungsländern erzeugt. Diese Anbauflächen stünden dann aber nicht mehr für die Ernährung Einheimischer zur Verfügung.

Umdenken heißt in diesem Fall, häufiger als bisher vegetarisch zu essen. Es bedeutet ferner, Fleisch aus artgerechter Tierhaltung zu bevorzugen.

Wer beim Fleisch auf die Herkunft achtet, sollte dies auch bei den anderen Nahrungsmitteln tun. Produkte aus dem ökologischen Landbau kommen dem Ziel einer nachhaltigen Entwicklung am nächsten, weil die Philosophie dieses Anbaus die umweltschonende und energiesparende Produktion gesunder und schadstoffarmer Lebensmittel ist.

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