Stadtzeitung Lübeck

Herausgegeben von der Hansestadt Lübeck

Dienstag, 16. Juli 2019

Ausgabe vom 03. November 1998

Nordtangente: Start am Montag

Erster Bauabschnitt bis 2000 fertig - Klappbrücke mit 37 Metern Breite

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Nordtangente: Modell der neuen Brücke; Foto: M. Erz

Mit einem der größten Bauvorhaben der Nachkriegszeit ist begonnen worden: Mit dem Ausbau des Kreuzungsbereiches Schwartauer Allee, Karlstraße, Bei der Lohmühle starten die Arbeiten für die Nordtangente. Damit wird ein Projekt realisiert, für das die ersten Pläne bereits vor fast 100 Jahren, konkret im Juni 1906, vorgelegt worden waren, freute sich Bausenator Dr. Volker Zahn bei einer Pressekonferenz am vergangenen Montag.

Das Planfeststellungsverfahren stehe kurz vor dem Abschluß und damit die Trassenführung dieser Entlastungsstraße im wesentlichen fest. Die vierspurige Straße verläuft von der Schwartauer Allee über Karl- und Einsiedelstraße, die neue Travebrücke, Neue Hafenstraße bis zur Straße Sandberg. Auch die bislang stets heftig diskutierte Frage der neu zu errichtenden Flußquerung ist geklärt, so Zahn.

Weit weniger Kosten

Es werde eine Klappbrücke mit einer Klappe errichtet, die eine Durchfahrtsbreite von rund 37 Metern habe. Das bedeute, Konstinkai und Krupp-Fördertechnik könnten ungehindert angefahren werden. Für Binnenschiffe müsse die Brücke ohnehin nicht hochgeklappt werden. Das sei voraussichtlich nur rund dreimal pro Jahr für wirklich große "Pötte" nötig.

Auch von den Kosten her sei nun eine gute Lösung gefunden worden, erklärte Zahn. Anstelle der jahrelang gehandelten rund 275 Millionen Mark betrügen die Gesamtkosten jetzt nur noch 145 Millionen Mark. Größter Einzelposten ist dabei die Brücke mit etwa 110 Millionen Mark. Die drastische Ausgabenreduzierung sei durch Abstriche bei der Brückenbreite erreicht worden.

Beidseitig Geh- und Radwege

Die gesamte Nordtangente wird in mehreren Schritten realisiert. Auch der nun begonnene erste Bauabschnitt wird in Einzelbereiche unterteilt, an denen unter fließendem Verkehr gleichzeitig gebaut wird. Das heißt, bis zum August 2000 sollen die Schwartauer Allee bis zum Warendorpplatz vierspurig weitergeführt und in der Karlstraße die Fahrspuren auf 4,50 Meter je Richtung verbreitert werden. Zusätzliche Abbiegespuren vor der Kreuzung bekommen Bei der Lohmühle und Karlstraße. Darüber hinaus sind beidseitig getrennte Geh- und Radwege entlang dieser Straßen sowie an der Schwartauer Allee vorgesehen. Außerdem sollen in diesem Bereich neue Parkstreifen entstehen und Bäume gepflanzt werden.

Parallel zum Straßenbau verlegen die Versorgungsträger (Stadtwerke, Telekom, Entsorgungsbetriebe) neue Leitungen. Durch die Bündelung dieser Maßnahmen reduzieren sich Kosten und Bauzeit.

Die Straßenbaukosten für den ersten Bauabschnitt betragen rund acht Millionen Mark. Davon werden
85 Prozent vom Land gefördert, hieß es bei der Pressekonferenz.

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