Stadtzeitung Lübeck

Herausgegeben von der Hansestadt Lübeck

Samstag, 20. Juli 2019

Ausgabe vom 03. November 1998

Große Hepatitis B Impfaktion

Krankenkassen zahlen Schutzimpfung - Startschuß an Schulen

Lübeck macht mit einer groß angelegten kostenlosen Impfaktion gegen Hepatitis B in den sechsten Klassen der allgemeinbildenden Schulen den Anfang für eine landesweite Grundimmunisierung gegen die lebensgefährliche Viruserkrankung. Noch bis zum 13. November werden zwei Teams des Gesundheitsamtes an rund 40 Lübecker Schulen circa 2000 Schüler impfen. Unterstützt und finanziert wird diese Maßnahme von allen gesetzlichen Krankenkassen in Schleswig-Holstein.

50 000 Neuinfektionen pro Jahr

Hintergrund für diese Aktion ist die Empfehlung der Ständigen Impfkommission (STIKO), die bereits seit 1995 die Impfung gegen Hepatitis B als Präventionsmaßnahme empfiehlt. Obwohl die Infektionsgefahr in Deutschland äußerst gering ist, gibt es pro Jahr rund 50.000 Neuinfektionen. "Ab dem 11. Lebensjahr nimmt das Hepatitis-Risiko durch Beginn der Pubertät deutlich zu", so Dr. Hartmut Stöven vom Gesundheitsamt Lübeck "Eine Übertragung des Virus erfolgt durch Körperflüssigkeiten wie Blut oder Sperma. Dieses kann beispielsweise beim sexuellen Kontakt, beim Ausprobieren von Drogen -Spritzentausch - oder beim Tätowieren und Piercen passieren".

Säuglinge werden bereits seit einigen Jahren automatisch vom Kinderarzt gegen Hepatitis B geimpft. So gaben 1997 die schleswig-holsteinischen Krankenkassen rund 13 Millionen Mark für diese Präventivmaßnahme aus.

Schleswig-Holstein ist das erste Bundesland, in dem gesetzliche Krankenkassen und das Sozialministerium die Schutzimpfung vertraglich geregelt haben. Die Hepatitis B-Infektion ist vor allem wegen ihrer Spätfolgen wie chronische Schädigung der Leber, Leberzirrhose oder Leberkrebs gefürchtet. "Man kann nicht errechnen, wieviel die Behandlung in den nächsten Jahren ausmacht", so AOK-Pressesprecher Dieter Konietzko "Grundsätzlich kann man aber sagen, daß die Behandlung mindestens zehn bis 50 Mal teurer ist als eine Schutzimpfung". Landesweit sollen zukünftig jährlich rund 27 000 Kinder geimpft werden. 900 000 Mark kostet die Aktion pro Jahr, wobei die Kassen durch den Kauf von größeren Mengen an Impfstoff erheblich sparen: nur ungefähr 30 Mark kostet eine Injektion gegen Hepatitis B.

Drei Injektionen sind erforderlich

Vor Beginn der Schutzimpfungen in den Lübecker Schulen sind die Eltern schriftlich über das kostenlose Angebot informiert worden. Für einen umfassenden Schutz sind insgesamt drei Injektionen erforderlich, wobei die zweite etwa vier und die dritte etwa sechs Monate nach der ersten Impfung erfolgen sollte. "Diese Impfungen werden ebenfalls in den Schulen vorgenommen" ergänzt Senatorin Dagmar Pohl-Laukamp. Kinder von null bis 18 Jahren, die noch nicht geimpft wurden, können sich ab 1. Januar 1999 kostenlos bei ihrem Hausarzt oder im Gesundheits-amt impfen lassen.

Informationen zu dieser und anderen Schutzimpfungen sind beim Gesundheitsamt unter der Rufnummer (0451) 122 53 39 oder in der Impfsprechstunde erhältlich.

Zurück zur Übersicht

 
Jetzt Werbung schalten auf www.luebeck.de