Stadtzeitung Lübeck

Herausgegeben von der Hansestadt Lübeck

Donnerstag, 18. Juli 2019

Ausgabe vom 03. November 1998

Vierte "kleine" Gesamtschule nach Lübeck-Kücknitz

Bündnis 90 / Die Grünen

Weiterhin wollen viele Lübecker Eltern für ihr Kind einen Platz an einer Gesamtschule. Die Nachfrage ist enorm groß. Das hat auch mit dem Profil dieser Schulform zu tun:

* Gesamtschulen sind Schulen für alle Kinder. Sie vereinen alle Bildungsgänge unter einem Dach.

* Gesamtschulen wollen besonders "Chancengleichheit" für alle Mädchen und Jungen, die sozial benachteiligt sind.

* Durch "Fördern statt Auslesen" halten Gesamtschulen individuelle Bildungswege lange offen.

* Gesamtschulen vergeben alle allgemeinbildenden Schulabschlüsse.

Gesamtschulen sind, auch im europäischen Vergleich, moderne Schulen. Sie haben sich in ihrer Geschichte viel verändert. Mit ihren integrierten und differenzierten Lern- und Unterrichtsformen tragen sie heute immer mehr dem Wunsch von Eltern nach erziehendem Unterricht und ganzheitlicher Bildung Rechnung.

Mehr als 300 Lübecker Kinder haben im letzten Schuljahr keinen Gesamtschulplatz erhalten. Lübeck braucht deshalb die vierte, "kleine" Gesamtschule (Sekundarstufe I und II). Sie muß zum Schuljahr (99/2000) starten. Wegen der Haushaltslage kann diese Gesamtschule nur in bestehenden Schulräumen eingerichtet werden. Das Schulzentrum Kücknitz erscheint hierfür geeigneten. Dieser Bau wurde ursprünglich als Gesamtschule geplant. Es ist genügend Platz vorhanden, der Erweiterungs- und Finanzbedarf für den Ganztagsbetrieb (Mensa) gering. Die im Schulzentrum Kücknitz befindlichen Schulen (Realschule und Gymnasium) haben schon lange eine Schüler-Innenpopulation, die dem vom Bildungsministerium geforderten "Drittelmix" für eine Gesamtschule nahekommt.

Wenn die hier ansässigen Schulen langfristig "auslaufen", verliert der Stadtteil keineswegs das bisherige Bildungsangebot. Im Gegenteil. Beide Schulformen würden sinnvoll verschmelzen, erweitert und erhielten zusätzlich die Vorzüge einer Gesamtschule. Die hier befindliche, jetzt kleine, gymnasiale Oberstufe (Sek. II) wäre gestärkt.

Eine "kleine" Gesamtschule in Kücknitz sollte durch ihr Ganztagsangebot und mit einer neuen pädagogischen "Offenheit" in den Stadtteil hineinwirken. Mehr Bildung und Erziehung für Kücknitz könnte von ihr ausgehen, ein "Netzwerk" von allen erwachsenen Menschen, Stellen und unterschiedlichen Bildungsträgern entstehen. Dies würde auch den Stadtteil weiter stabilisieren. Besonders nützt dies allen Kindern und Jugendlichen, die hier aufwachsen, leben und lernen.

V.i.S.d.P.: Antje Jansen

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