Stadtzeitung Lübeck

Herausgegeben von der Hansestadt Lübeck

Dienstag, 16. Juli 2019

Ausgabe vom 01. Dezember 1998

Theaterporträts

Nicht nur ein Sänger

0530554.gif
Dorin Mara; Foto: TL

Der lyrische Bariton Dorin Mara

In dieser Rubrik stellen wir jede Woche ein Mitglied des Ensembles am Theater Lübeck vor. Heute: Der Bariton Dorin Mara

Aus dem fernen Siebenbürgen hat es Dorin Mara in den Norden geführt. Der Bariton, der schon in der vergangenen Saison als Vater Germont in "La Traviata" auf sich aufmerksam machte, ist nun fest im Ensemble.

Begonnen hat der 34jährige seine Laufbahn allerdings als Fagottist während der Schulzeit auf einem musischen Gymnasium - und danach im Opernorchester von Kronstadt. "Da habe ich gesehen, wie andere singen, und gedacht: Das kann ich auch." An der Musikakademie in Bukarest hat er dann seine Gesangsausbildung erhalten und gehörte ab 1990 dem Opernensemble der rumänischen Hauptstadt an.

Eine seiner Traumrollen verkörperte er auch 1994 auf einer Tournee durch Deutschland und England - den Figaro in Rossinis "Der Barbier von Sevilla". Denn Dorin Mara spielt gern: "Zwar ist die Musik das Wichtigste auf der Bühne", aber einen Regisseur, der das dramatische Talent auf der Bühne einengt, schätzt der Sänger nicht. Wenigstens die Hände müssen sprechen dürfen.

Von der italienischen Koloratur ist er inzwischen mehr und mehr "auf Linie" gekommen, also auf das seriöse Fach. Ein Grund dafür ist sein Studium am Salzburger Mozarteum gewesen von 1995 bis `97, wo er Lied und Oratorium und vor allem deutsche Kultur in sich aufnahm. Der andere Grund liegt in den Partien, in denen er in Lübeck eingesetzt wird.

Derzeit kann der Musikfreund Dorin Mara als Konsul in "Madama Butterfly" und als Premierminister in "Die Liebe zu den drei Orangen" begegnen. Demnächst kommen der Zurga in Bizets "Die Perlenfischer" und Lord Ashton in Donizettis "Lucia di Lammermoor" hinzu - also die Partie, in der Mara in Bukarest debütierte.

Er freut sich darauf, damit das seriöse Fach wieder aufzulockern und seinem lyrischen Bariton mehr Abwechslung zu bieten. Dabei kennt er keinerlei Streß auf der Bühne.

Nur über das unruhige Leben als Sänger macht er sich seine Gedanken: Was wird morgen sein? Güz

Zurück zur Übersicht

 
Jetzt Werbung schalten auf www.luebeck.de