Stadtzeitung Lübeck

Herausgegeben von der Hansestadt Lübeck

Dienstag, 16. Juli 2019

Ausgabe vom 19. Januar 1999

Kulturporträt

Der schönste Job

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Linde Fröhlich; Foto: privat

Die Filmfrau Linde Fröhlich

"Kommunikation macht Spaß." Linde Fröhlich, die dieses mit ganzer Überzeugung sagt, ist ein fröhlicher Kommunikator in Lübeck - und das seit genau 20 Jahren. Denn als die junge Diplom-Pädagogin im Januar des Schneekatastrophen-Winters 1979 ins Zentrum regelrecht "reinschneite", um in der Mengstraße mit der Heranwachsenden-Bildung zu beginnen, da wurde ihr nach einem halben Jahr die "Audiovisuelle Arbeit" überantwortet.

Der Film jedoch lag ziemlich brach nach den Anfängen von EN-Cinema und Forum. Das wurde für Linde Fröhlich, die in ihren Frankfurter Jugendjahren schon nichts an Filmkunst ausgelassen hatte, zum Signal: Als es im Herbst - es war das "Jahr des Kindes" - im Rahmen der Nordischen Filmtage Lübeck erstmals ein Kinder- und Jugendfilmprogramm gab, zeigte sie diese Streifen für Schulklassen auf der Diele des Zentrums.

Je mehr der anspruchsvolle Film aus den Kinos verschwand, umso intensiver kümmerten sich Fans wie Linde Fröhlich um die Klassiker, um Streifen aus der Dritten Welt, um Kinder- und Jugendfilme sowie um Werke, die nicht im Unterhaltungs-Mainstream schippern.

Das Kommunale Kino ist nunmehr vielerorts der letzte Hort für die cineastischen Kunstwerke und den ambitionierten Film als Kulturträger. Fans und Träger von Verantwortung haben keine 40-Stunden-Woche, sie schauen nicht auf die Uhr.

Linde Fröhlich baute Lübecks "Koki" inzwischen auf sieben Vorstellungen (eine davon für Kinder) in der Woche aus. 1997 kamen 10 000 Besucher - diese Zahl war 1998 schon im September überschritten, dank zielbewußter Informationsarbeit.

Für die Filmfrau kam die Einbindung in die Nordischen Filmtage mit dem Medienseminar hinzu, sodann 1988 ihr erstes Filmforum Schleswig-Holstein.

Längst sitzt sie in der künstlerischen Leitung der "Nordischen", verantwortet Forum, Kinderprogramm und den organisatorischen Bereich, hat Ehrenämter überregional. Beruf und Freizeit sind eben eins. Linde Fröhlich: "Dieser Job ist das schönste, was mir passieren konnte." Güz

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