Stadtzeitung Lübeck

Herausgegeben von der Hansestadt Lübeck

Sonntag, 21. Juli 2019

Ausgabe vom 19. Januar 1999

Aufklären, ermutigen

Zehn Jahre Kehlkopflosenselbsthilfegruppe

Die nicht immer erfreulichen Erfahrungen vor und nach einer Kehlkopf-
operation haben die davon Betroffenen bereits vor über zehn Jahren veranlaßt, sich im gesamten Bundesgebiet zu Selbsthilfegruppen zusammenzu-schließen. Der Bundesverband der Kehlkopflosen hat seinen Sitz in Gelsenkirchen. In Lübeck gründete sich am 24. Februar 1989 ein Ortsverein.

Die operative Entfernung des Kehlkopfes hat für die Patienten zwei wesentliche Auswirkungen: Sie atmen nicht mehr durch die Nase oder den Mund, sondern durch eine über dem Brustbein angelegte Halsöffnung (Tracheostoma) und ihre natürliche Stimme geht verloren. An den neuen Atemweg gewöhnt sich der Kehlkopflose relativ schnell. Schwieriger und langwieriger ist dagegen das Erlernen der Ersatzstimme.

Diese Stimme ist leiser als die gewohnte und hört sich etwas heiser an. Es ist aber sehr wichtig, daß dem Kehlkopflosen diese Oesophagus- oder Speiseröhrenstimme sobald wie möglich (zehn bis 14 Tage nach der Operation beginnend) durch erfahrene Logopäden oder gut sprechende Kehlkopflose vermittelt wird. Für die Fälle, in denen das Erlernen der Oesophagusstimme aus verschiedenen Gründen nicht möglich ist, stehen elektronische Sprechhilfen zur Verfügung. Auch bei diesen ist eine Unterweisung der Betroffenen notwendig, damit eine gut verständliche Stimme erzeugt wird.

Die Selbsthilfegruppe, vertreten durch ihre Rehabilitationshelfer, wird teilweise durch die

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