Stadtzeitung Lübeck

Herausgegeben von der Hansestadt Lübeck

Dienstag, 16. Juli 2019

Ausgabe vom 16. März 1999

Schnelle Hilfe für Klaipeda

Mobiliar für Pflegeeinrichtungen - Förderverein organisiert Lieferung

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Mitglieder des Jugendfördervereins beladen einen Container; Foto: Privat

Der Jugendförderverein Lübeck-Klaipeda im Deutschen Druidenorden hat mit Unterstützung der Hansestadt Lübeck Ende Januar zwei Container mit Betten und Büromöbeln beladen und in die litauische Stadt gebracht. Die Möbel wurden mittlerweile an verschiedene (Pflege-) Einrichtungen in Lübecks Partnerstadt verteilt.

In den Containern von je 40 Fuß Länge (rund 20 Meter) befanden sich 146 Notbetten, 16 Matratzen, 70 Wolldecken und 400 Bettlaken, außerdem 81 Kleiderschränke, 17 Bürotische, 11 Aktenborde und 40 Stühle. Die guterhaltenen Möbel, die Decken und das Bettzeug stammen aus der ehemaligen Cambrai-Kaserne. Die Hansestadt Lübeck als Eigentümerin stellte das gesamte Inventar kostenlos zur Verfügung.

Stadtpräsident Peter Oertling, der Mitglied im Förderverein ist, sorgte durch seinen Einsatz für schnelles und unbürokratisches Handeln. Auch die Lübecker Hafen-Gesellschaft (LHG) sowie weitere Lübecker Unternehmen stellten sich in den Dienst der guten Sache und stellten Container, Aufzüge oder Transportmittel kostenlos zur Verfügung. Die Reederei "Transport Euro Seabridge" schließlich übernahm den Transport der Container mit dem Schiff von Lübeck nach Klaipeda.

Das Abholen der Hilfsgüter und das Verstauen der Materialien in die Container übernahmen die Vereinsmitglieder selbst.

Inzwischen sind die Hilfsgüter weitgehend verteilt. In einem Dankesschreiben aus Klaipeda an den Verein heißt es, daß ein Teil der Sendung dem Übernachtungshaus für Obdachlose übergeben worden sei. Weitere Teile der Sendung erhielten das "Zufluchtszentrum für Frauen" (Betten und Bettwäsche), das Sommerferienheim für Kinder sowie eine Spezialschule für Behinderte (Schränke). Den Rest erhielt Pfarrer Linkevicius für sein Pflegeheim in Kaltinenai.

Es sei wieder einmal gelungen, durch die unkonventionelle Hilfe aller Beteiligten, Menschen in einer Welt zu helfen, in der es kein soziales System gebe, die Hilfsbedürftige auffange, freute sich Vereinsvorsitzender Hans-Joachim Grund. "Der Jugendförderverein fühlt sich durch diese Aktion bestätigt, sein Engagement in dieser Sache weiterzuführen", betonte Grund.

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