Stadtzeitung Lübeck

Herausgegeben von der Hansestadt Lübeck

Samstag, 20. Juli 2019

Ausgabe vom 16. März 1999

Stichwort

Für jede Fundsache wird im Fundbüro der Meldestelle eine Anzeige aufgenommen. Festgehalten werden folgenden Daten:

*Name und Anschrift des Finders

*Datum und Uhrzeit

*Beschreibung des Gegenstandes, inklusive Inhalt (in Gegenwart des Finders)

*Zusätzliche Aufwendungen des Finders, beispielsweise Fahrgeld

Der Finderlohn ist im Bürgerlichem Gesetzbuch (BGB) ab Paragraph
965 geregelt. Er beträgt bis zum Wert von 1000 Mark zehn Prozent sowie drei Prozent des übersteigenden Wertes. Es kann auch auf einen Finderlohn verzichtet werden.

Die Mitarbeiter des Fundbüros sind verpflichtet zu kontrollieren, ob der Finder bei Rückgabe einer Fundsache den zustehenden Finderlohn sowie seine eventuellen Auslagen erhalten hat. Fundsachen werden erst dann ausgehändigt, wenn der Verlierer eine entsprechend unterschriebene Quittung vorweisen kann.

Bei Abgabe einer Fundsache kann der Finder auch seinen Anspruch auf den Erwerb des Eigentums an der Sache geltend machen. Nach der gesetzlich befristeten Aufbewahrungszeit von sechs Monaten geht dann die Fundsache in das Eigentum des Finders über, jedoch bleibt er nach dem Paragraphen 977 noch drei weitere Jahre ersatzpflichtig, wenn der Verlierer Ansprüche stellt.

Grundsätzlich werden Fundsachen sechs Monate verwahrt. Während dieser Zeit kann der Verlierer Anspruch erheben. Dazu muß er genaue Angaben zum Verlust machen: Was er wann und wo verloren hat. Besonders bei Fahrrädern oder anderen wertvollen Gegenständen ist es von Vorteil, wenn man den Verlust zum Beispiel mit einer Quittung belegen kann.

Die Aufgabe eines Fundbüros ist es, die Sache dem rechtmäßigen Besitzer oder der rechtmäßigen Besitzerin wieder zukommen zu lassen. Daher werden von den Mitarbeitern Nachforschungen angestellt, wenn Anhaltspunkte wie beispielsweise ein Ausweis vorhanden sind. Dabei wird mit der Polizei zusammengearbeitet, um Diebstahlsanzeigen mit Fundsachen abzugleichen.

Kann kein Besitzer ausfindig gemacht werden, und es erhebt auch niemand Anspruch auf eine Fundsache, wird nach Ablauf der Aufbewahrungsfrist die Fundsache zur Versteigerung freigegeben. Damit verliert der Besitzer seinen Anspruch.

Fundbüro der Meldestelle

Dr.-Julius-Leber Straße 46/48

Telefon: (0451) 122 32 56

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