Stadtzeitung Lübeck

Herausgegeben von der Hansestadt Lübeck

Samstag, 20. Juli 2019

Ausgabe vom 30. März 1999

Ab Osterdienstag wird "geblitzt"

Neues Geschwindigkeitsmeßgerät ermöglicht bessere Kontrollen

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Das Geschwindigkeitsmeßgerät ermöglicht Kontrollen auch an solchen Straßen, an denen das bislang nicht möglich war. Foto: M. Langentepe

Ab Osterdienstag, 6. April, setzen Stadt und Polizei ein neues Geschwindigkeitsmeßgerät ein, das mit Lichtschrankentechnik arbeitet und das "Blitzen" auch an den Stellen erlaubt, an denen sich AutofahrerInnen bislang sicher fühlen konnten. So war es mit dem bisherigen Radarmeßgerät beispielsweise auf den Autobahnen oder auf der Herrenbrücke teilweise nicht möglich, Raser zu erwischen, weil die Leitplanken den Radarstrahl reflektieren können und somit zu ungenauen und nicht verwertbaren Ergebnissen führten. Auch an vielen anderen Stellen, insbesondere in Straßen mit Krümmungen, waren keine Kontrollen möglich.

Seit 1996 arbeiten Stadt und Polizei im Rahmen eines sehr erfolgreichen Kooperationsprojekts zusammen. Es hat auch positive Auswirkungen bei der Bekämpfung von Verkehrsunfällen gezeigt, die auf überhöhte Geschwindigkeit zurückzuführen sind.

Erfolge weiter verbessern

Um die Anfangserfolge weiter zu verbessern und insbesondere die Bereiche vor Schulen, Kindergärten, Altenheimen oder Friedhöfen noch stärker zu sichern sowie das Wohnumfeld in Tempo-30-Zonen zu verbessern, hat die Bürgerschaft Gelder freigegeben, um ein neues Meßgerät, ein Gerät zur Fotoauswertung und ein Kompaktfotolabor anschaffen zu können.

Geschwindigkeitsmessungen werden zu über 60 Prozent nach Anwohneranfragen und -beschwerden sowie zur Sicherung von Schulwegen, in der Nähe von Kindergärten oder Krankenhäusern durchgeführt. Messungen haben ergeben, daß in Tempo-30-Zonen etwa jedes fünfte Fahrzeug zu schnell fährt.

Das Meßgerät der Firma Eso kann sowohl in Kurven als auch für beide Fahrt- richtungen eingesetzt werden. Die Technik des Gerätes beruht auf Lichtschranken: Von drei Lichtwerfern werden Lichtstrahlen auf drei Lichtempfänger geworfen. Durchfährt ein Fahrzeug den ersten Strahl, wird der Lichtstrahl unterbrochen und die Zeit gemessen, bis die zweite Lichtschranke erreicht wird. Dieser Wert, einige Millisekunden, wird dann abgeglichen mit Messungen zwischen dem zweiten und dritten Lichtstrahl sowie dem ersten und dritten. Sobald ein bestimmter Wert überschritten wird, leuchtet ein Rotlichtblitz auf und ein gerichtsverwertbares Foto wird "geschossen".

Die Mehreinnahmen aus der Geschwindigkeitsmessung, gerechnet wird mit gut 300 000 Mark, werden für zusätzliche Maßnahmen zur Verbesserung der Verkehrssicherheit verwendet.

1998 wurden rund 573 000 Fahrzeuge kontrolliert. Insgesamt wurden 512 Fahrverbote ausgesprochen. 1997 waren es noch 434, ein Jahr zuvor 333. Rund 46 000 Ordnungswidrigkeiten - 43 000 mal Verwarn- und 2400 Bußgelder - wurden 1998 verhängt.

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