Stadtzeitung Lübeck

Herausgegeben von der Hansestadt Lübeck

Mittwoch, 17. Juli 2019

Ausgabe vom 30. März 1999

Klärendes Gespräch

Stadt beteiligt sich an Schadensbeseitigung

Die Hansestadt Lübeck wird sich an der Beseitigung des Schadens beteiligen, den zwei Jugendliche im Alter von

14 und 15 Jahren am vorvergangenen Sonnabend an der Kirche St. Georg sowie auf dem Friedhof angerichtet haben. Das teilte Kultursenator Ulrich Meyenborg am Donnerstag mit, nachdem er sich tags zuvor mit Propst Dr. Niels Hasselmann, Oberkirchenrat Hans-Martin Fuchs sowie dem Leiter des Kinder- und Jugendnotdienstes, Jürgen Kleinhofs, wie angekündigt zum Gespräch getroffen hatte.

"Wir bedauern und verurteilen diese Tat sehr", betonte Meyenborg gegenüber den beiden Kirchenvertretern. Gemeinsam mit Kleinhofs schilderte der Senator die Arbeit der Einrichtung und informierte über die Abläufe bei den Vorfällen, soweit diese festgestellt werden konnten. "Aufgrund dieser Informationen kann ich feststellen, daß Stadt und Kirche die Situation ähnlich einschätzen und sehen", erklärte daraufhin Dr. Hasselmann.

Die Gesprächsteilnehmer waren sich einig, daß die Hilfe für die Kinder und Jugendlichen in ihren schwierigen Problemlagen, wie sie die Einrichtung leistet, von allen gesellschaftlichen Gruppierungen, also auch von der Kirche, unterstützt werden müssen.

Ein weiterer Gesprächspunkt war der Standort der Einrichtung, die sich in unmittelbarer Nähe zu Kirche und Friedhof befindet. Diese Nähe lenke offensichtlich bei emotionalen Staus in Krisensituationen einseitig die Aggression der Jugendlichen auf den Friedhof. "Bereits seit über zwei Jahren versuchen wir deshalb, einen anderen Standort für die Einrichtung zu finden", sagte Meyenborg. Er sei optimistisch, daß in absehbarer Zeit ein entsprechendes Gebäude mit einem anderen Umfeld gefunden werde.

Bei der Einrichtung "Kinder - und Jugendnotdienst" erfolgt eine vorübergehende "Rund-um-die-Uhr"-Inobhutnahme. Sie besteht in der Betreuung und Beratung von Kindern und Jugendlichen im Alter von sechs bis 18 Jahren mit verschiedenen, in der Regel sehr schwierigen Problemlagen.

24 Stunden ist mindestens eine Mitarbeiterin oder ein Mitarbeiter anwesend, die für diese Tätigkeit ausreichend qualifiziert sind.

Ziel: Auswege finden

Das Ziel ist, diesen Kindern und Jugendlichen in ihrer problematischen Situation, in die sie meist unverschuldet geraten sind, zu helfen und Auswege zu finden. Sie sollen dabei weder "weggeschlossen", können aber auch nicht ständig beobachtet werden. Die Einrichtung möchte jegliche Entmündigung der betreuten Jugendlichen vermeiden und stattdessen das Selbstbewußtsein und die Selbständigkeit fördern.

Damit soll kurzfristig eine Rückkehr in die Familie oder eine Vermittlung an eine andere pädagogische Einrichtung ermöglicht werden.

Der Kinder- und Jugendnotdienst ist in seiner Arbeit anerkannt und wirkt sehr erfolgreich.

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