Stadtzeitung Lübeck

Herausgegeben von der Hansestadt Lübeck

Montag, 22. Juli 2019

Ausgabe vom 30. März 1999

Der Priwall braucht ein Blockheizkraftwerk

Bündnis 90 / Die Grünen

Seit langem ist es unter Fachleuten unumstritten, daß Blockheizkraftwerke (BHKW) eine umweltfreundliche Alternative in der Strom- und Wärmeerzeugung darstellen. Seit langem ist auch klar, daß das Krankenhaus auf dem Priwall eine neue Energieversorgung benötigt. Was liegt da näher, als an diesem Standort eine unter anderem auch die Betriebskosten senkende Anlage mit Kraft-Wärme-Kopplung, also ein BHKW, zu installieren?

Erste Gespräche zu diesem Thema hat es schon 1995 zwischen der Krankenhausverwaltung und der Lübecker Windkraftgenossenschaft gegeben. Im Jahre 1996 wurde dann an der Fachhochschule in Lübeck eine Diplomarbeit erstellt, die Konzepte für eine Heizzentrale des Priwallkrankenhauses aufzeigte. Anhand von vor Ort durchgeführten Messungen sowie vergleichenden Wirtschaftlichkeitsrechnungen kam diese Arbeit zu dem Ergebnis, daß ein BHKW zirka 23 Prozent niedrigere Betriebskosten zur Folge hat als eine konventionelle Kessselanlage. Ein vom Krankenhaus beauftragtes Planungsbüro bestätigte 1997/98 unabhängig davon, daß ein BHKW wirtschaftlicher als eine Kesselanlage ist, wenn es durch einen Dritt-Investor betrieben wird.

Hin und Her

Nachdem die Stadtwerke Lübeck zunächst kein Interesse zeigten, für das Krankenhaus ein BHKW einschließlich Kesselanlage zu erstellen, wurde im Wege einer Ausschreibung im März 1998 ein außenstehender Anbieter für die Wärmelieferung gesucht. Daraufhin machten die Stadtwerke ihren Einfluß auf die Verwaltung geltend und erreichten, daß kein Zuschlag erteilt wurde. Die Stadtwerke garantierten dafür, die Wärmeversorgung durch BHKW und Kesselanlage zum üblichen Wärmepreis zu übernehmen. Zu diesem Zeitpunkt gab es jedoch mindestens ein anderes Angebot, daß preislich erheblich günstiger war.

Fragen im Stadtwerkeausschuß nach den konkreten Planungen wurden stets ausweichend beantwortet.

Nun wurde verblüffenderweise in der Lübecker Stadtzeitung vom 16. Februar 1999 die Ausschreibung für eine Kesselanlage ohne Kraft-Wärme-Kopplung für das Priwallkrankenhaus veröffentlicht.

Die Hansestadt Lübeck, Mitglied des Klimabündnisses, hat sich zu einer CO2-Reduktion verpflichtet und muß alle Maßnahmen ergreifen, um dieses Ziel zu erreichen. Ein BHKW auf dem Priwall würde uns in dieser Hinsicht einen Schritt weiterbringen.

V.i.S.d.P.

Hans-J. Schubert

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