Stadtzeitung Lübeck

Herausgegeben von der Hansestadt Lübeck

Mittwoch, 24. Juli 2019

Ausgabe vom 04. Mai 1999

Appell

(1) Es sind alle Anstrengungen zu unternehmen, um eine ausgewogene Geschlechterverteilung in den Gremien zu erreichen, die am Leitbildprozeß beteiligt sind. Ein "quotiertes Rederecht", das Frauen wie Männern gleich viele Redebeiträge ermöglicht, das Angebot einer Kinderbetreuung und andere vergleichbare organisatorische Maßnahmen können dazu beitragen.

(2) Bei Entwicklung einer kinder- beziehungsweise jugendgerechten Ablaufstruktur muß Lübecker Kindern und Jugendlichen eine unmittelbare Mitwirkungsmöglichkeit während aller Beratungs- und Entscheidungsphasen gegeben werden, schließlich geht es im wesentlichen um ihre Zukunft.

(3) Gegenwärtig spiegelt die Zusammensetzung der Gremien noch nicht die Lübecker Gesellschaftsstruktur wider. Dies muß geändert werden, wobei nicht nur Funktionäre, sondern in größerem Umfang Bürgerinnen und Bürger den Entscheidungsprozeß gestalten sollten.

(4) Unverzichtbar erscheint, nicht nur politische Konfliktthemen betreffende, sondern auch visionäre, allgemein positiv bewertete Leitbild-inhalte zu konkretisieren.

(5) Das geplante Leitbild sollte sich nicht nur auf die nächsten sechs bis zehn Jahre beziehen, sondern im Sinne der Agenda 21 einen mehrfach längeren Zeitraum umspannen mit dem Ziel einer wachsenden Zukunftsfähigkeit.

(6) Zukunftsfähige Aktivitäten in Lübeck, insbesondere nachhaltige Projekte aus der Wirtschaft, sollten bereits jetzt von der Stadtverwaltung der Hansestadt Lübeck gefördert werden.

Die zweite Open Space-Konferenz beauftragt das Agenda-Team der Hansestadt Lübeck,

*die Umsetzung dieser Empfehlungen zu fordern

*die im Laufe des Leitbildprozesses diskutierten und gegebenenfalls beschlossenen Inhalte auf Nachhaltigkeit beziehungsweise Zukunftsfähigkeit zu prüfen und nötigenfalls Korrekturvorschläge einzubringen

*im Leitbildprozeß von der Stadt nicht hinreichend beteiligte gesellschaftlichen Gruppen ergänzend selbst um Mitwirkung zu bitten und nicht behandelte wichtige Themen selbst in Hinblick auf ein zukunftsfähiges Leitbild zu bearbeiten

*vor abschließender Entscheidungsfindung in der Leitbilddiskus-
sion, also etwa vor dem letzten Plenum, eine weitere öffentliche forumsartige Veranstaltung durchzuführen, auf der sich die Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus Sicht der Agenda 21 mit den Leitbildaussagen befassen können.

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