Stadtzeitung Lübeck

Herausgegeben von der Hansestadt Lübeck

Dienstag, 16. Juli 2019

Ausgabe vom 04. Mai 1999

Turbulente Auftaktveranstaltung

Die Polizeiinspektion Lübeck setzt im Mai den Schwerpunkt Fahrrad

0730303.gif
Das Codieren war der Renner bei der Veranstaltung am Freitag; Foto: C. Przywara

Die Polizeiinspektion Lübeck setzt im Wonne- und Ausflugsmonat Mai einen Schwerpunkt zum Thema Fahrrad mit den beiden Säulen Verkehrssicherheit und Diebstahlschutz. Partner der Auftaktveranstaltung am vergangenen Freitag und der Aktionen im Mai sind der Fahrradbeauftragte der Hansestadt Lübeck, Hans-Walter Fechtel, die Bundesgrenzschutzinspektion Lübeck, die Wasserschutzpolizei Lübeck, der ADAC, der Motor-Sport-Club Bad Schwartau und mehreren Firmen.

Beim Auftakt auf dem Schrangen ging es turbulent zu: Der ADAC hatte einen Geschicklichkeitsparcours aufgebaut, bei dem Kinder und Jugendliche bewiesen, wie wendig sie sich auf dem Drahtesel zwischen Lübecker Hütchen und auf dem schmalen Grat eines Brettes bewegen können.

"Radler sind umwegempfindlich"

Bei einem Preisausschreiben von verschiedenen Fahrradhändlern gab es als Hauptpreis ein Mountainbike zu gewinnen, ein Händler codierte Fahrräder, und die Polizei informierte über Verkehrssicherheit und Diebstahlschutz. Der Fahrradbeauftragte war mit einem Stand zugegen, der über seinen Arbeitsbereich informierte, unter anderem auch über das geplante Veloroutennetz (die SZ berichtete). Dazu nahm er am Stand Anregungen von Bürgern entgegen. Er ist an weiteren Vorschlägen interessiert (Telefon 122 66 03).

Fechtel arbeitet Hand in Hand mit der Polizei, die ebenfalls an einem Wegenetz für Radler interessiert ist, das diese auf sicheren und kurzen Wegen zum Ziel führt. Denn: "Radler sind extrem umwegempfindlich", berichtete Verkehrssicherheitsprofi Karl-Heinz Scheck von der Polizeiinspektion Lübeck auf einer Pressekonferenz zu den Aktionen im Mai. Häufig werde beobachtet, daß Radfahrer in falscher Richtung durch Einbahnstraßen radeln, den Radweg auf der falschen Straßenseite benutzen oder Fußgängern den Platz auf Gehwegen rauben.

Eine Tatsache, die nicht eben zur Reduzierung von Verkehrsunfällen führe, in die Radler verwickelt seien.

Im Mai wird es daher vier größere Kontrollen der Polizei geben: Die Beamten werden ihr Augenmerk auf Radler richten, die sich verkehrswidrig verhalten, sowie auf die Verkehrstauglichkeit von Drahteseln, aber auch auf das Verhalten von Autofahrern - schließlich verschuldeten im vergangenen Jahr Autofahrer in 146 Fällen durch Nichtbeachten der Vorfahrt Radfahrunfälle (insgesamt 360 Unfälle mit Radfahrern). Achten wird die Polizei zudem auf zugeparkte Radwege.

Diebstahlschutz ist der zweite Schwerpunkt der Aktionen im Mai. Rund eine Million Mark Sachschaden entstand in Lübeck im vergangenen Jahr durch 1984 Fahrraddiebstähle, die bei der Polizei angezeigt wurden. Diese hat zwischen September und November 1998 festgestellt, daß der größte Teil der Geschädigten (62 Prozent) nicht in der Lage war, die Rahmennummer ihres gestohlenen Rades anzugeben, so daß die Räder nicht in die Fahndung eingegeben werden konnten. Hier setzt das Konzept von Fahrradhändlern und Polizei an. "Händler sollten dem Kunden beim Kauf eines Fahrrads automatisch einen Fahrradpaß mitgeben, auf dem die notwendigen Daten enthalten sind", so Bernd Olbrich, Pressesprecher der Polizei. Eine weitere Möglichkeit der Registrierung sei die Codierung.

Eigenverantwortung von Radbesitzern sei aber vor allem bei der Sicherung abgestellter Räder gefragt. Neben der Wahl eines geeigneten Platzes sollte nach dem Kauf eines teuren Rades nicht am Schloß gespart werden - hochwertige Bügelschlösser seien empfehlenswert.

Zurück zur Übersicht

 
Jetzt Werbung schalten auf www.luebeck.de