Stadtzeitung Lübeck

Herausgegeben von der Hansestadt Lübeck

Dienstag, 16. Juli 2019

Ausgabe vom 04. Mai 1999

Ausweitung der aufsuchenden Jugendarbeit am ZOB

Bündnis 90 / Die Grünen

Von Marc-Udo Wrage, Kinder- und Jugendtreff Dornestraße, SJD-Die Falken

Seit 1995 beschäftigt sich der Kinder- und Jugendtreff Dornestraße mit der "Jugendproblematik am ZOB". Gemeinsam mit dem Bereich Jugendarbeit der Hansestadt Lübeck und den Stadtwerken wurde eine Konzeption entwickelt, die 1996 in einer offi-ziellen Vereinbarung mündete. Das Ergebnis dieses Vertrages ist, daß die Stadtwerke die Finanzierung übernehmen und der Jugendtreff federführend das Projekt leitet. In den danach folgenden Jahren wurde dieser Leistungskontrakt fortgesetzt. Das derzeitige Stundenkontingent für aufsuchende Sozialarbeit am ZOB ist Ende April 1999 erschöpft und es sind neue Verhandlungen über eine Fortsetzung des Projektes notwendig.

Der ZOB und das angrenzende Bahnhofsgelände sind für Kinder und Jugendliche interessante Orte, die häufig für eine bestimmte Zeit aufgesucht werden, wo man sich trifft und verabredet. Unser Konzept geht davon aus, daß durch die aufsuchende Arbeit die Kinder und Jugendlichen in die umliegenden bestehenden Einrichtungen integriert werden sollen, weiterhin steht die Präventionsarbeit im Vordergrund. In der Vergangenheit ist durch Vernetzung und durch eine enge Koopera-
tion mit dem Internationalen Bund für Sozialarbeit dieser Ansatz erfolgreich umgesetzt worden.

Es gilt auch, eine "Abgrenzung" zu den Kindern und Jugendlichen zu treffen, die strafbare Handlungen begehen, und es gilt, andere Lebensplanungen und Freizeitgestaltungsmöglichkeiten aufzuzeigen.

Unser hoher Bekanntheitsgrad ermöglicht eine schnelle und vertrauensvolle Kontaktaufnahme, deshalb sollte diese Form der aufsuchenden Arbeit ausgeweitet werden. Die Beziehungsarbeit mit Gruppen und einzelnen Kindern und Jugendlichen basiert auf einem kontinuierlichen personalen Ansatz, der versucht, möglichst keine neuen Beziehungsabbrüche zu produzieren.

Der Kinder- und Jugendtreff fordert die Ausweitung der aufsuchenden Arbeit am ZOB möglichst durch die Finanzierung einer Planstelle, angebunden an den Treff. Die Verhandlungen mit den derzeitigen Vertragspartnern sollten mindestens eine Erhöhung der Gesamtstundenzahl am ZOB auf 800 Stunden (bisher 500) ergeben.

Den "Street Kids", "Crash Kids", "Bahnhof Kids", Päderasten Kids" und "Drogen Kids" kann nur durch eine intensive Betreuung begegnet werden.

V.i.S.d.P.: Antje Jansen

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