Stadtzeitung Lübeck

Herausgegeben von der Hansestadt Lübeck

Dienstag, 23. Juli 2019

Ausgabe vom 22. Juni 1999

Ein klares Bekenntnis zur Erneuerung

19. Hansetag: Delegiertenversammlung verabschiedet "Oldenzaal-Erklärung" - Torte für die Königin

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Königin Beatrix in Begleitung von Bürgermeister Michael Bouteiller am Lübeck-Stand; Foto: T. Wewer

Mit der Verabschiedung der "Oldenzaal-Erklärung" haben die Delegierten des 19. Hansetages die Weichen für eine Professionalisierung und Demokratisierung des Hansebundes der Neuzeit gestellt. Damit werden Strukturen geschaffen, die langfristig die Arbeit der Hanse sichert. Der Beschluß über die Umsetzung der Veränderungen soll im kommenden Jahr in Zwolle gefaßt werden. Neu aufgenommen wurden die Städte Werben an der Elbe und Elblag in Polen. Außerdem haben die Delegierten beschlossen, daß die Stadt Wismar den Hansetag 2029 ausrichtet.

Die Delegiertenversammlung fand am Freitag im Rahmen des 19. Hansetages der Neuzeit statt. Nach dem einhelligen Beschluß der Delegierten soll die demokratische Struktur gestärkt werden, indem die Gremien des Hansebundes direkt gewählt werden. Daß Lübecks Bürgermeister traditionell den Vorsitz der Hansekommission innehat, ist beispielsweise eine Festlegung gewesen, aber keine demokratische Wahl.

Verbessert werden soll außerdem die Verwaltung. Gedacht wird daran, einen hauptamtlichen Geschäftsführer einzustellen und ein Hansebüro einzurichten. Darüber hinaus soll eine Mitgliedschaft im Hansebund in Zukunft als verbindlich gelten - mit allen
(finanziellen) Pflichten.

In der Oldenzaal-Erklärung verpflichten sich die Unterzeichner weiter, die inhaltlichen Aktivitäten des Verbundes dem Kultur-, Sozial- und Informationstransfer zu widmen: verstärkt werden sollen darüber hinaus die Wirtschafts- und Handelskontakte. Die Kontaktbörse, die in Oldenzaal durchgeführt wurde, gilt dabei als Beispiel.

Geschaffen werden sollen zudem verbindliche Möglichkeiten, die Jugendhanse langfristig parallel zum Hansetag durchzuführen. Dabei wird an einen Jugendfond gedacht. Das Geld dafür könnte aus dem Solidaritätsfond für die osteuropäischen Mitgliedsstädte kommen, denn dieser Fond wird mittlerweile als überholt angesehen und soll nicht fortbestehen.

"Das war eine der wichtigsten Delegiertenversammlungen in der nun 19jährigen Geschichte des Hansetages", unterstrich Bürgermeister Michael Bouteiller im Anschluß an die Sitzung. Er dankte den Delegierten "für das Bekenntnis zur Erneuerung des Hansetages an der Schwelle des 21. Jahrhunderts." Lübecks Verwaltungschef wurde anschließend mit herzlichen Worten und stehenden Ovationen verabschiedet. Es war der letzte Hansetag Bouteillers, den er in seiner Eigenschaft als Bürgermeister und Vormann der Hanse besucht hat.

Die "Oldenzaal-Erklärung" wurde von den Delegierten der Hansestädte in Anwesenheit der niederländischen Königin Beatrix abgegeben. Im Anschluß daran schlenderte die Monarchin über den Hansemarkt und bekam am Lübeck-Stand aus der Hand von Bürgermeister Michael Bouteiller eine Marzipantorte überreicht.

Der 20. Hansetag, zugleich ein kleines Jubiläum, findet vom 25. bis 28. Mai 2000 in Zwolle statt - und damit zum zweiten Mal nach 1980.

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