Stadtzeitung Lübeck

Herausgegeben von der Hansestadt Lübeck

Dienstag, 16. Juli 2019

Ausgabe vom 22. Juni 1999

Probleme der Gegenwart diskutieren

Der Hansebund der Neuzeit wurde 1980 in Zwolle ins Leben gerufen - Lübeck hat den Vorsitz

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Gastgeberin des 19. Hansetages war die Stadt Oldenzaal, die in diesem Jahr zugleich den 750. Geburtstag feiert; Foto: Privat

Die Geschichte des Hansetages der Neuzeit beginnt 1980 in der niederländischen Stadt Zwolle. Anläßlich der 750-Jahr-Feier lud die Stadt zu einem Hansetag ein. Sie wollte damit an die alte Tradition der Hanse anknüpfen. Bei der Vorbereitung des Jubiläums wurde im Stadtarchiv ein Brief aus dem Jahr 1294 entdeckt: Darin hatte Zwolle als erste Stadt des Hansebundes die Stadt Lübeck als "Haupt der Hanse" anerkannt. Von den damals 208 Städten aus 16 Ländern gehören der Hanse der Neuzeit mittlerweile schon wieder rund 150 Städte an. Von Jahr zu Jahr werden es mehr.

Am 19. Februar 1981 beschloß die in Zwolle nach altem Vorbild gebildete Hansekommission, den Hansetag wieder aufleben zu laßen. Dabei legte die Kommission, die im Lübecker Rathaus tagte, auch fest, daß auch beim Hansetag der Neuzeit entsprechend der Tradition der Lübecker Bürgermeister regelmäßig den Vorsitz der Hansesitzungen führen sollte.

Zu dem Hansetag der Neuzeit werden regelmäßig alle ehemaligen Hansestädte eingeladen sowie die Städte, die im Mittelalter Sitz von Hansekontoren waren.

Der Hansetag der Neuzeit soll nicht nur der Bereicherung von Stadtjubiläen und ähnlichen Ereignissen dienen; vielmehr streben die Delegierten an, sich unter dem Generalthema "Die Stadt als Lebensform" die Gegenwartsprobleme der Städte zu diskutieren und Erfahrungen auszutauschen. Zunächst standen Themen wie Denkmalschutz, Restaurierung und Sanierung im Mittelpunkt der Beratungen; mittlerweile werden Fragen des Umweltschutzes sowie der Bedeutung des europäischen Binnenmarktes für die Städte und die Förderung von Wirtschaftsbeziehungen erörtert.

Ein weiteres wichtiges Ziel ist die Unterstützung der Hansestädte in Osteuropa.

Das oberste Gremium der Hanse ist die Delegiertenversammlung, die jeweils während des Hansetages stattfindet. Unabhängig von der EinwohnerInnenzahl, hat jede teilnehmende Stadt zwei Stimmen.

Im Herbst jeden Jahres trifft sich die Hansekommission, ein Zusammenschluß von rund einem Dutzend besonders engagierter Hansestädte. Auf dieser Sitzung werden die Entscheidungen vorbereitet, die von der Delegiertenversammlung getroffen werden sollen. Außerdem wird das Programm des kommenden Hansetages festgelegt.

Die Hanse hat zur Zeit vier Ausschüsse: den Archivausschuß, den Ausschuß "Stellung der Städte", den Ausschuß "Sonderprojekte" und den "Tourismus"-Ausschuß. Ferner gibt es eine Internet-Arbeitsgruppe und seit dem Hansetag in Visby im Jahr 1998 auch eine Jugendhanse, die sich speziell mit Jugendfragen auseinandersetzt.

Das offizielle Symbol des Hansetages der Neuzeit ist eine stilisierte Koggge mit weiß-rotem Segel.

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