Stadtzeitung Lübeck

Herausgegeben von der Hansestadt Lübeck

Dienstag, 23. Juli 2019

Ausgabe vom 22. Juni 1999

Eine neue Dimension

Hansetag als Kontaktbörse für Unternehmen

Ein Schwerpunkt des 19. Hansetages der Neuzeit war den Wirtschafts- und Handelsbeziehungen gewidmet, also der ursprünglichen Idee des mittelalterlichen Hansebundes. Im Vorfeld der Veranstaltung waren Firmen aus den Hansestädten angeschrieben worden mit dem Angebot, in Kontakt mit regionalen niederländischen Firmen zu treten. 30 internationale Unternehmen und 100 holländische nutzten diese Kontaktbörse. Bereits am ersten Tag wurden konkret mehrere Kontrakte ausgehandelt. "Unsere Erwartungen wurden weit übertroffen", freute sich Bram Hulshof von der Twenter Industrie- und Handelskammer. Es habe einen lebhaften Austausch gegeben, auf dem man aufbauen könne im nächsten Jahr in Zwolle.

Notwendig sei allerdings, so Hulshof weiter, beim nächsten Mal noch genauer zu recherchieren, welche Firmen zusammengeführt werden könnten. Nicht für alle Branchen sei diese Form der Kontaktbörse geeignet. Daß neue Medien wie das Internet weltweite Kontakte zwischen den Unternehmen ermöglichen, spreche nicht gegen das Angebot des Hansetages. "Der persönliche Kontakt ist für eine Zusammenarbeit immer noch von erheblicher Bedeutung."

Mit der Kontaktbörse von Unternehmen aus Nord- und Osteuropa bekomme der Hansetag der Neuzeit eine neue Dimension, unterstrich Peter Cam-
maert, Oldenzaals Bürgermeister. Dies schaffe eine neue Identität. Das passe gut zu dem Motto "An der Schwelle zu einem neuen Jahrtausend", unter das man den 19. Hansetag gestellt habe.

Lübecks Bürgermeister Michael Bouteiller lobte ebenfalls den neuen Weg, den man beschreiten wolle. Die Idee, Firmen zusammenzuführen, sei anläßlich des Hansetages 1993 in Münster zum ersten Mal aufgegriffen worden. Umgesetzt wurde sie jedoch in Oldenzaal zum ersten Mal. "Auch so etwas braucht eben seine Zeit", so Bouteiller.

Daß dieses Signal nun gerade von Oldenzaal ausginge, freue ihn besonders, sagte Bouteiller. Denn Oldenzaal sei für ihn "das Vorbild einer Europäischen Stadt" - die weitaus überwiegende Zahl der Europäer wohne in solchen kleineren Städten. Und den Städten gehöre die Zukunft. "In der Stadt, und nicht im Staat, wachsen bekanntlich unsere Kinder zu europäischen Bürgern heran".

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