Stadtzeitung Lübeck

Herausgegeben von der Hansestadt Lübeck

Montag, 22. Juli 2019

Ausgabe vom 16. Dezember 1997

Editorial

Wenn Fremde nach Lübeck kommen, wundern sie sich über die krassen Fronten, die sich in unserer Stadt zuweilen gegenüberstehen. Man/frau erschreckt über den Ton der Auseinandersetzung und die Verbissenheit, mit der die Kontrahenten und Kontrahentinnen aufeinander losgehen.

Beispiel "Amtsblatt". Über die Zankerei schütteln Touristen erstaunt den Kopf. Auch das Thema Verkehrsberuhigung der Altstadt, das unter dem überspitzten Schlagwort "autofreies Weltkulturerbe" bundesweit immer noch einen guten Klang hat, gehört dazu. "Was ist bei Ihnen bloß los?", fragen oft Anrufer, darunter auch Verkehrsexperten aus dem europäischen Ausland, die das Treiben an der Trave mit Distanz und Verwunderung beobachten.

Wer in der Hansestadt lebt, hat nach kurzer Zeit diese heilsame Distanz verloren. Das geht den meisten engagierten Neubürgern so - der neue City-Manager wird dies vielleicht bestätigen können.

"Gibt es kein anderes Thema als Verkehr, Verkehr, Verkehr?", stöhnen die Verantwortlichen in Politik und Verwaltung, wenn es wieder einmal ganz dicke kommt. Antwort: Ja. Aber gerade deshalb widmen wir heute den Schwerpunkt unserer Zeitung noch einmal diesem Dauerbrenner, den die Journalisten hätten erfinden müssen, würde es ihn nicht geben. Oder haben sie etwa doch...?

Unsere Hoffnung für das neue Jahr: Daß wir endlich zu anderen Themen finden, die interessanter, zukunftsträchtiger und am Ende konsensfähig sind.

Zum Schluß in eigener Sache: Die 6. Ausgabe der SZ erscheint bereits am Montag, 22. Dezember.

Ihre SZ-Redaktion

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