Stadtzeitung Lübeck

Herausgegeben von der Hansestadt Lübeck

Mittwoch, 17. Juli 2019

Ausgabe vom 16. Dezember 1997

Neuer Schub für den Tourismus

Kurverwaltung Travemünde und Amt 81 bilden gemeinsam die LTZ

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SPD und WIR Fraktion stimmten für die Neuorganisation Foto: M. Erz

Der bevorstehende Jahreswechsel bringt mächtig Bewegung in Lübecks Tourismusförderung: Mit Wirkung vom 1. Januar 1998, Null Uhr, startet die Hansestadt ihren neuen Eigenbetrieb "Lübeck-Tourismus-Zentrale (LTZ). Gleichzeitig endet die Amtszeit des Fremdenverkehrsdirektors Dr. Michael-Thaddäus Schreiber, der nach zweijähriger Tätigkeit an der Trave auf einen Lehrstuhl für Tourismuswirtschaft wechselt. Zur gleichen Zeit schließt der Lübecker Verkehrsverein (LVV) - ein nichtstädtischer Zusammenschluß von Fremdenverkehrsprofis - sein Tourismusbüro in der Holstentorpassage.

Vordergründiger Hintergrund der Büroschließung des LVV: Der Mietvertrag für das kleine Ladenlokal läuft aus. Dem Verein, dem vor Jahren auch einmal die Stadt als Mitglied angehörte, bleibt somit nur noch sein Infobüro im Hauptbahnhof. Daneben betreibt die Stadt über ihr Amt 81 (Amt für Lübeck-Werbung und Tourismus) zwei weitere Infobüros in der Beckergrube und in der Breiten Straße.

SPD und WIR stimmten dafür

Die Fronten der Entscheidung in der Bürgerschaft waren klar: Nur die SPD und die WIR e.V.--Fraktion stimmten bei 19 Gegenstimmen dafür. Der Tourismus von Lübeck und Travemünde soll nach der Entscheidung, auf die Lübeck seit mehr als drei Jahren gewartet hat, zu einem effizienter wirtschaftenden Eigenbetrieb mit angeschlossener GmbH zusammengefaßt werden.

Laut Beschluß soll das Amt für Lübeck-Werbung und Tourismus ab Januar 1998 in den Eigenbetrieb "Kurverwaltung Travemünde" eingegliedert werden. Die Neugliederung soll Entscheidungswege verkürzen helfen. Schwerpunkt in Lübeck werden absatzpolitische Aktivitäten sein, in Travemünde sollen vorrangig tourismusfreundliche Aktivitäten vor Ort entwickelt werden.

Die Tochtergesellschaft LTS GmbH soll umfassende Informationen für alle städtischen Tourismusbereiche herausgeben. Touristen sollen so einen besseren Überblick über Veranstaltungen und Übernachtungsmöglichkeiten bekommen. Um dieses Ziel zu erreichen, wird die Stadt ihre Tochter LTS für andere touristische Leistungspartner öffnen, um auch der langjährigen Forderung einer Teilprivatisierung zu entsprechen.

Das falsche Signal an den LVV?

Ob alle mittun, ist jedoch nicht mehr sicher. Die CDU hatte den Antrag gestellt, den Gesellschaftsvertrag der LTS aus der Beschlußvorlage zu streichen. Laut CDU-Fraktionschef Klaus Puschaddel sei dieser "das falsche Signal an einen wichtigen touristischen Partner". Puschaddel stellte sich damit hinter den Verkehrsverein LVV, der sich schwer damit tut, die ihm zugedachte Rolle in der LTS zu übernehmen. Er will einen Kooperationsvertrag, in dem die Aufgaben und Pflichten klar geregelt werden, zu noch günstigeren Bedingungen ab-schließen als bisher angeboten. Da der Antrag der CDU abgelehnt wurde, stimmte die CDU anschließend gegen das Gesamtkonzept, das ursprünglich auf ihr massives Betreiben zustandegekommen war. Die beiden WIR e.V.-Mitglieder stimmten dafür, obwohl auch sie nicht mit der prozentualen Beteiligung einverstanden waren. Ihnen erschien die 70prozentige Beteiligung der Stadt zu gering. Michael Edler: "Aber auch die schlechteste GmbH ist immer noch besser als der momentane Zustand.

Siehe auch Seite 7

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