Stadtzeitung Lübeck

Herausgegeben von der Hansestadt Lübeck

Mittwoch, 17. Juli 2019

Ausgabe vom 16. Dezember 1997

Mehr Sicherheit durch Streifen

Fahrbahnverengung und ein neuer Fußgängerweg auf dem Priwall

Priwall, Staubereich der Fähre: An der Einmündung des Kohlenhofes in die Mecklenburger Landstraße entsteht ein Fußgängerüberweg mit Fahrbahnverengung.

Der Seniorenbeirat beantragte im Juni 1994 beim Amt für Verkehrsanlagen einen Fußgängerüberweg für die Bewohner des "Rosenhof". Dort am Kohlenhof queren viele Senioren die Mecklenburger Landstraße auf dem Spazierweg zum Passathafen. Den Bedarf ermittelten die Verkehrsplaner in einer Verkehrszählung am 21. Juli 1994 von 11 bis 18.30 Uhr. "Im Mittel überquerten 50 Fußgänger pro Stunde die Straße, die Kfz-Zahlen erreichten mit 330 am Nachmittag den höchsten Wert," erläutert Verkehrsplaner Helmut Schünemann. "Wir wissen, daß diese Zahlen nur in der Saison erreicht werden."

Das Ordnungsamt, die Polizeiinspektion und das Amt für Verkehrsanlagen waren sich trotzdem einig: Ein Fußgängerüberweg am Kohlenhof stellt einen Sicherheitsgewinn dar.

Die rund 25 000 Mark teuren Bauarbeiten an der Querungshilfe am Kohlenhof sind fast abgeschlossen. Die sechs Meter breite Mecklenburger Landstraße wurde an ihrer Nordseite um zwei Meter eingeengt. Damit wird Sichtbehinderung durch die im Staubereich der Fähre wartenden Autos ausgeschlossen und die Querung sicherer. Und die Fußgänger haben an manchen Tagen überhaupt eine Chance, zwischen den Stoßstange an Stoßstange stehenden Autos durchzukommen. "Mit der Fahrbahnverengung erreichen wir außerdem eine im Kurgebiet wünschenswerte Tempoverringerung'', erklärt Schünemann. Auch den Schulkindern bietet der neue Zebrasteifen mehr Sicherheit. Die Kinder queren bisher diagonal den weiten Fährvorplatz und müssen ständig zwischen den Autos hindurch.

Gegen die Standortwahl des Fußgängerüberweges erheben einige Piwaller Bedenken. "Der Verkehr kann nicht mehr ungehindert von der Fähre abfließen. Die Bewohner des Kohlenhofes kommen künftig kaum noch aus ihrer Einfahrt heraus", befürchtet etwa Michael Lempe, Vorsitzender der Gemeinschaft der Priwallbewohner. "Wir fordern seit Jahren einen Fahrradweg und einen Fußgängerüberweg vor allem am Priwallkrankenhaus. Aus Geldmangel ist nichts realisiert worden", kritisiert Lempe.

"In einer Tempo-30-Zone ist laut Verkehrsordnung kein Fahrradweg vorgesehen, die Meinungen über den Nutzen gehen hier ohnehin auseinander'', entgegnet Helmut Schünemann. Er räumt ein, daß es Anträge vom Priwallkrankenhaus gibt. Und Eltern des Kindergartens bemühen sich um einen Zebrastreifen, sind bislang aber noch nicht zur Bauverwaltung vorgedrungen. Schünemann muntert die Bürger dazu auf, sich mit ihm in Verbindung zu setzen: "Wir verfolgen Anregungen, prüfen sie und handeln bei Bedarf."

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