Stadtzeitung Lübeck

Herausgegeben von der Hansestadt Lübeck

Montag, 22. Juli 2019

Ausgabe vom 10. August 1999

Stilles Örtchen bald stillgelegt?

Zukünftiger Betreiber der öffentlichen Toiletten im Aqua Top unklar

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Wer wird das "Geschft" hier weiterhin ermglichen; Foto: N. Lwe

Die öffentlichen Toiletten im Eingangsbereich des Erlebnisbad Aqua Top sollen geschlossen werden, munkelt man hinter vorgehaltener Hand in Travemünde. Unmöglich, die nächsten Toiletten sind doch erst an der Kurmuschel oder bei Café Junge - und im Strandbereich sind es sowieso schon zu wenig, entrüsten sich Gäste des Ostseeheilbads und Einheimische gleichermaßen.

Die Stadtwerke Lübeck haben Anfang 1998 die Immobilie Aqua Top übernommen, seitdem sind sie für die bauliche Unterhaltung zuständig. Betrieben werden das Erlebnisbad und die Toiletten allerdings von der Lübecker Schwimmbäder GmbH. Beide städtischen Betriebe sind sich einig: "Für die Badegäste des Aqua Tops werden die Toiletten im Foyer nicht benötigt, denn sanitäre Anlagen stehen im Schwimmbad ausreichend zur Verfügung", so Jürgen-Dieter Hennig von den Stadtwerken. Im Gegenteil: Dadurch, daß die sanitären Anlagen bei starkem Ansturm nicht mehr einwandfrei funktionieren, muß regelmäßig ein teuer georderter Spülwagen für freien Abfluß sorgen - Kosten, die die Stadtwerke nicht länger tragen wollen.

Keine konkreten Pläne

Auch Peter Lemke, Geschäftsführer der Lübecker Schwimmbäder GmbH, sieht sie nur als zusätzlichen Kostenfaktor, denn "95 Prozent der Nutzer sind Laufgäste, aber keine Badegäste". Aber konkrete Pläne zur Schließung der Anlage bestünden nicht, dementiert er die Gerüchte aus Travemünde. "Zwar diskutieren wir zur Zeit mit den Mietern der Passage, beispielsweise mit der Lübeck und Travemünde Tourismus-Zentrale (LTZ), wer die Toiletten zukünftig betreiben wird, aber sie sind ein zwingend notwendiges Angebot für den Kurgast", so Lemke. Schließlich dürfe der Gast nicht der Leidtragende dieser Ungereimtheiten sein.

Vernünftige Regelung angestrebt

Travemündes Kurdirektor Uwe Kirchhoff sieht das genauso. Die öffentlichen Toiletten gehörten zur Serviceleistung eines Ostseeheilbades. "Es wird eine vernünftige Regelung zwischen den verschiedenen städtischen Betrieben und Geschäftsbetreibern geben", ist er sich sicher. Ob die Unterhaltung aber Aufgabe der LTZ sei, bleibe zu klären. Schließlich seien das Aqua Top und die Passage ein öffentliches Gebäude mit diversen Geschäften und Gastronomie, da sollte eine sanitäre Anlage zum Standard gehören.

Vorstellbar wäre aber auch, daß die Firma Plural, die im Foyer ein Bistro betreibt, die kostenintensiven Toiletten übernimmt. "Wir sind grundsätzlich dazu bereit, allerdings sind die Bedingungen entscheidend", so Niederlassungsleiterin Claudia März.

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