Stadtzeitung Lübeck

Herausgegeben von der Hansestadt Lübeck

Montag, 22. Juli 2019

Ausgabe vom 10. August 1999

Soziales Gebäude mit vielen Ecken

Erster Spatenstich für Kita und Stadtteilbibliothek Waldersee - Stadt und Diakonie kooperieren

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Griffen zum Spaten und freuten sich ber die vielen Spenden (v. li.): Bauherr Theodor Dietz, Pastor Iwer Rinsche, Architekt Peter Roocks, Helmut Wischmeyer vom Konsortium Waldersee-Kaserne und Senator Ulrich Meyenborg; Foto: M. Lohse

Eltern und Kinder können aufatmen: Der erste Spatenstich zum Neubau der Kindertagesstätte (Kita) Waldersee ist getan. Am vergangenen Dienstag stellten Vertreterinnen und Vertreter der Sanierungsgesellschaft Lübecker Wohnungsunternehmen, der Diakonie und der Hansestadt Lübeck den Neubau auf dem ehemaligen Kasernengelände auf Marli vor. Dabei griffen die Herren im Anzug auch zum Spaten.

Pünktlich zum Beginn der Bauarbeiten erhielt Pastor Iwer Rinsche vom Diakonischen Werk Lübeck Geldspenden im Wert von rund 27 000 Mark für Spielzeug, Küche und Innenausstattung. "So ein gutes Blatt habe ich selten in der Hand gehabt", sagte Rinsche, als er die Spenden entgegen nahm. Noch auf dem Bauplatz an der Max-Wartemann-Straße 5 überreichte Helmut Wischmeyer, Geschäftsführer der Sanierungsgesellschaft Lübecker Wohnungsunternehmen, einen Scheck im Wert von 10 000 Mark.

Spenden für die Kinder

Theodor Dietz von der Vereinigten Baugenossenschaft Lübeck überbrachte 5000 Mark, dazu kamen noch 12 150 Mark vom Lübecker gemeinnützigen Bauverein, die dessen Vorsitzender Thorsten Krellenberg überreichte. "Das geht alles an die Kinder", freute sich Rinsche. "Ich bin bloß der Vermittler."

Laut Bauvertrag soll das zweigeschossige Gebäude, das die Stadt Lübeck für zunächst 30 Jahre gemietet hat, in spätestens sechs Monaten fertig sein. Dann werden dort die städtische Kita Brandenbaumer Feld und die Kita Janusc Korczak des Diakonischen Werkes samt Personal zusammengelegt. Träger der Kita Waldersee mit 45 Plätzen ist die Diakonie. Die Kita teilt das Gebäude mit den zusammengelegten Stadtteilbibliotheken Marli und Eichholz. Auch der Büchereibus soll dort stationiert werden.

Für die Kita stehen rund 620 Quadratmeter zur Verfügung, die Stadtteilbibliothek erhält 450 Quadratmeter. Gemeinschaftsräume dürfen die Mieter je nach Bedarf nutzen. Dazu gehört ein 60 Quadratmeter großer Raum im ersten Stock mit einem Glasdach und ein großer Balkon.

Der Büchereibus stellte den Architekten Peter Roocks vor eine schwierige Aufgabe. Um dem großen Wendekreis des 15 Meter langen Busses gerecht zu werden, hat er ein achteckiges Gebäude entworfen. Das Fahrzeug kann das Haus nun problemlos umrunden, um zur Garage zu gelangen. Auf dem 2500 Quadratmeter großen Areal ist ausreichend Spielfläche für die Kinder. Der alte Baumbestand wurde weitgehend erhalten.

Einen Teil der Baukosten von rund drei Millionen Mark übernimmt die Possehl-Stiftung: Sie stellt 300 000 Mark zur Verfügung. Außerdem unterstützt sie das Projekt mit einem zinsgünstigen Darlehen über 150 000 Mark.

Insbesondere die Eltern und Kinder der Kita Janusc Korczak erwarten sehnsüchtig die Fertigstellung des Neubaus. Weil der Mietvertrag für die Kita in der Rabenstraße auslief, zog die Einrichtung vor einem halben Jahr in ein ehemaliges Ladengebäude in der Arnimstraße. "Dort ist es beengt, was besonders in der schlechteren Jahreszeit problematisch wird", weiß Renate Nourouzi von der Gemeindediakonie. Das neue Haus in Waldersee werde so konzipiert, daß "alle Möglichkeiten offen sind".

Flexible Nutzung

Je nach Bedarf könnten dann Elementargruppen (20 Kinder zwischen drei und sechs Jahren) und Hortgruppen (bis zu 15 Kinder zwischen sechs und zwölf Jahren) eingerichtet werden. Derzeit gehe die Diakonie von zwei Elementargruppen und einer Hortgruppe aus. "Es gab viele Probleme und Fragen zu lösen", faßte Senator Ulrich Meyenborg zusammen. Jetzt sei es gelungen, ein "soziales Gebäude" zu schaffen, in dem durch die Nachbarschaft von Kita und Stadtteilbibliothek sowohl Kinder als auch Jugendliche und Erwachsene eingebunden werden.

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