Stadtzeitung Lübeck

Herausgegeben von der Hansestadt Lübeck

Sonntag, 21. Juli 2019

Ausgabe vom 10. August 1999

RathauS intern

Eine Frage des Standpunktes

Unser Bericht über Jugendliche, die Kriegsgräber pflegen (SZ vom 3. August), brachte uns den Vorwurf ein, schlecht recherchiert zu haben: Die Gräber, vom Volksmund auch als Ehrengräber bezeichnet, befänden sich auf dem Burgtorfriedhof, hatten wir geschrieben. Stimmt nicht, entrüsteten sich mehrere Anruferinnen und Anrufer, sie stünden auf dem Ehrenfriedhof. Ja und nein: Der Burgtorfriedhof und der Ehrenfriedhof sind zwar voneinander getrennte, das heißt eigenständige Ruhestätten, aber städtischerseits werden sie als eine Einheit betrachtet, also gemeinsam "verwaltet" und gepflegt. Es kommt also, wie so oft, auf den Standpunkt an. Unabhängig davon werden wir uns künftig noch mehr bemühen, mißverständliche Formulierungen zu vermeiden.

Return to Sender

Leserinnen und Leser, die sich mit der Stadtzeitung kritisch auseinandersetzen, sind willkommen. Aber wenn deren Schreiben plumpe Beschimpfungen enthalten, können wir daraus nichts für unsere Arbeit ableiten - schade um das unnütz ausgegebene Porto. Das scheint auch die Absenderin eines solchen Schreibens, das uns vergangene Woche auf den Redaktionstisch flatterte, gedacht zu haben, denn sie fügte dem Brief an die Redaktion gleich noch mehrere Schreiben an andere Personen beziehungsweise Institutionen bei - mit der Bitte um Weiterleitung. Witzischkeit kennt keine Grenzen - Dreistigkeit offenbar auch nicht.

Die Macht der Gewohnheit

Der Wechsel vom Urlaub in den Arbeitstrott fällt vielen Zeitgenossen schwer. Das wurde uns auch von einem städtischen Mitarbeiter berichtet, der gerade erst an seinen Schreibtisch zurückgekehrt ist. Am ersten Arbeitstag habe er den Kolleginnen und Kollegen berichtet, daß er mit dem Bus gefahren sei, ohne eine Fahrkarte zu lösen. Noch beim Hinausgehen aus der Wohnungstür habe er daran gedacht, doch als der Bus vorfuhr, stieg er aus alter Gewohnheit ("Django hat `ne Monatskarte") hinten ein - und dachte nicht mehr an den Fahrschein. Die Ausführungen des Ombudsmannes zu diesem Thema in der SZ vom 3. August noch vor Augen, sei der Mann mittlerweile das personifizierte schlechte Gewissen - und irgendwie total urlaubsreif...

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