Stadtzeitung Lübeck

Herausgegeben von der Hansestadt Lübeck

Freitag, 19. Juli 2019

Ausgabe vom 10. August 1999

Endlich mit Taten beginnen

Zu: Fixerstuben in Lübeck

Seit Anfang 1997 fordert die FDP Lübeck einen "Hygieneraum" für unsere Stadt. Die von Politik und Verwaltung in Lübeck stets vorgeschobene Frage nach der Verantwortung, wenn in dem Raum jemand zu Tode käme, ist angesichts des Geschehens in der Offenen Szene vor unser aller Augen zynisch.

Jetzt hat die rot-grüne Bundesregierung beschlossen, daß es Hygieneräume geben soll. Aber die Lübecker Verantwortlichen in Politik und Verwaltung sind noch immer nicht bereit, den minimalen Rest von Selbstverantwortung zu übernehmen, um der Gesellschaft und den Abhängigen in unserer Stadt möglichst schnell zu helfen.

Natürlich muß die grüne Bundes-ministerin das Betäubungsmittelgesetz jetzt zügig ändern und die Hygieneräume auf eine rechtliche Grundlage stellen und eine ärztlich kontrollierte Abgabe von Heroin an
Schwerstabhängige rechtlich ermöglichen - nach dem Schweizer Modell.

Lübeck könnte und sollte schon beginnen. Aber mit ihrem Koopera-
tionspapier treffen sich SPD und CDU in längst überwunden geglaubten Zeiten: Das Drogenproblem findet sich als letzter Absatz unter "Sicherheit", nicht unter "Soziales". Die verschwommenen Absichtserklärungen werden überlagert von eindeutigen Drohungen mit weiteren rechtlichen Instrumenten. Die beiden Bürgermeisterkandidaten passen da ins Bild. Es ist unmenschlich, die auch in Lübeck bisher erfolglose Drogenpolitik unnötig zu verlängern, anstatt endlich mit dem Schutz unserer Kinder und der Überlebenshilfe für Suchtkranke zu beginnen.

Dr. Michaela Blunk,

FDP, Lübeck

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