Stadtzeitung Lübeck

Herausgegeben von der Hansestadt Lübeck

Dienstag, 23. Juli 2019

Ausgabe vom 10. August 1999

Die öffentlichen Toilettenanlagen müssen besser werden

SPD

In der jüngsten Bürgerschaftssitzung wurde beschlossen, den Bürgermeister zu bitten, der Bürgerschaft einen Beschlußvorschlag zur optimaleren Versorgung mit öffentlichen Toilettenanlagen und zur sinnvolleren Einbindung des Betriebes in die Struktur der Stadtverwaltung entgegenzubringen.

Mit diesem Beschluß reagierte die Bürgerschaft auf einen Bericht der Entsorgungsbetriebe zum Zustand der öffentlichen Toilettenanlagen in Lübeck.

In Lübeck existieren zur Zeit insgesamt 35 öffentliche Toilettenanlagen. Sie werden von städtischen Einrichtungen oder Gesellschaften sowie der Nordwestdeutschen Gesellschaft für Außenwerbung (NGA) betrieben.

In der letzten Zeit wurden nur die zwei Anlagen der NGA an der Kanalstraße und an der Musik- und Kongreßhalle (MuK) in Betrieb genommen, weil diese weitgehend aus Werbeeinnahmen zu finanzieren waren.

Städtischerseits erfolgte eine Erweiterung der Toilette am Koberg um ein separates Herrenabteil.

Die Situation der älteren Toiletten ist jämmerlich:

*Alte reparaturbedürftige Trennwände

*alte, nicht mehr zeitgemäße Sanitärobjekte

*reparaturanfällige, nicht vandalismussichere Innenausstattung

*fehlende Be- und Entlüftungsmöglichkeiten

*nicht ausreichende Beheizung in den Wintermonaten generell optische Beeinträchtigungen durch Flickschusterei aufgrund der Ausbesserung durch nicht mehr verfügbare Fliesen. Im Stadtteil Kücknitz fehlt ein dringend benötigtes öffentliches WC.

Der Bereich Hochbau der Hansestadt Lübeck schätzt für erste Sanierungsmaßnahmen einen Investitionsbedarf von rund 1,2 Millionen Mark.

Für die neun von den Entsorgungsbetrieben unterhaltenen Anlagen entstehen laufende jährliche Kosten von rund 620 000 Mark. Dem stehen Einnahmen von nur 70 000 Mark aus dem Betrieb des WC "Markt" gegenüber.

Die Anlagen sind also ein teurer Spaß. Dennoch ist die Situation alles andere als zufriedenstellend.

Auf der Grundlage des Bürgerschaftsbeschlusses kann nun nach und nach eine Sanierung der Anlagen vorbereitet werden. Nicht nur für die Lübeckerinnen und Lübecker, gerade auch für die Gäste dieser Stadt ist es erforderlich, eine saubere Lösung zu finden. So können die "Pinkelecken" - vor allem in der Altstadt - weniger werden.
V.i.S.d.P.: Gabriele Hiller-Ohm

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