Stadtzeitung Lübeck

Herausgegeben von der Hansestadt Lübeck

Dienstag, 16. Juli 2019

Ausgabe vom 24. August 1999

Sorge um Friedhöfe

Immer mehr Flächen bleiben frei - Grabkultur ist gefährdet

Der Vorwerker Friedhof, Anfang dieses Jahrhunderts angelegt, ist mit
50 Hektar Fläche der größte Friedhof der Hansestadt. Die städtischen Friedhöfe umfassen in Lübeck 90 Hektar. Nur
zehn Prozent des lübschen Friedhofswesens werden von der Kirche verwaltet. Die Stadt ist in Lübeck für den Vorwerker Friedhof, den Waldhusener Friedhof, den Burgtor- und den Ehrenfriedhof sowie für die Friedhöfe St. Lorenz und St. Jürgen verantwortlich.

Auf den städtischen Friedhöfen sind derzeit insgesamt 60 000 Gräber, schätzt Wilfried Fick, Bereichsleiter Friedhöfe. Ihm bereiten die immer zahlreicher werdenden freien Grabstellen arge Kopfzerbrechen. Denn durch den Trend zur anonymen Urnenbeisetzung bleiben immer mehr Grabstellen frei. Diese Flächen stünden jedoch nicht für eine andere Nutzung zur Verfügung, weil es sich dabei nicht um eine große zusammenhängende Fläche handelt, sondern um Plätze zwischen vorhandenen Gräbern, die auf Jahre vergeben sind. "Diese Rasenstücke müssen natürlich auch gepflegt werden. Und das kostet Geld", gibt Fick zu bedenken. Letztlich treibe das die Gebühren für alle Grabplätze in die Höhe.

Auch die Existenz von Friedhofsgärtnern und Steinmetzen sehe er aufgrund dieses Trends langfristig bedroht. Außerdem sähen Gräber, um die sich kaum jemand kümmere, dann noch trostloser aus. Wer mit offenen Augen einmal über den Vorwerker Friedhof geht, wird viele solcher freien Flächen entdecken.

"Friedhöfe haben eine wichtige Grünfunktion - besonders natürlich in den Städten", betont Fick. Das müsse in der

Zurück zur Übersicht

 
Jetzt Werbung schalten auf www.luebeck.de