Stadtzeitung Lübeck

Herausgegeben von der Hansestadt Lübeck

Dienstag, 16. Juli 2019

Ausgabe vom 24. August 1999

Der Bauspielplatz ist schon ein voller Erfolg

Offizielle Eröffnung am 28. August - Schlechtwetterprogramme geplant - Noch Sponsoren gesucht

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Jungen und Mädchen erbauten gemeinsam das Wikinger-Häuptlingshaus

An Spitzentagen haben bis zu
90 Kinder im Alter von sechs bis 13 Jahren mit Feuereifer den Hammer auf dem neuen Kücknitzer Bauspielplatz Roter Hahn geschwungen. Ein ganzes Wikingerdorf mit verschiedenen Hütten, Häuptlingshaus und Feuerstelle sind seit Beginn der Sommerferien entstanden. Ein historisch belegtes Grubenhaus, daß zur Zeit in Handarbeit und in Zusammenarbeit mit dem Büro für Angewandte Archäologie (AGIL) erbaut wird, soll das Dorf abrunden. "Der neue Bauspielplatz ist ein voller Erfolg", resümiert Betreuer Jörg Puhle vom
Verein Bauspielplatz Roter Hahn. Nicht nur Kinder aus Kücknitz, sondern auch aus der Innenstadt, aus Herrenwyk, Buntekuh und sogar aus Groß Grönau kämen regelmäßig.

Mit einem großem Fest am Sonnabend, 28. August, wird der Ferienpaßabschluß und die offizielle Eröffnung des Bauspielplatzes gefeiert. Von 12 bis 18 Uhr können Kinder und Erwachsene nicht nur kräftig beim Bau des Tiergeheges oder bei der Dachkonstruktion des Grubenhauses mithelfen, sondern auch einem Schmied, einem Färber, einem Steinmetz und auch einem Falkner über die Schulter schauen. Senator Ulrich Meyenborg wird die Gäste um 14 Uhr begrüßen. Mit Musik endet der Abend gegen 22 Uhr.

Doch nach den Ferien geht es erst richtig los. Zwar rechnen die Betreuer dann mit weniger Kindern, doch werde man gerade in der Schlechtwetterzeit Alternativprogramme anbieten. So sollen in der Holzwerkstatt Wikingerschilde und ein Modell vom Bauspielplatz entstehen - oder es werden Brat-äpfel im "Feuerzelt" geschmort. "Wir wollen möglichst jeden Nachmittag in der Woche betreutes Programm anbieten", so Puhle. Leider fehle es noch an finanziellen Mitteln, um dieses Vorhaben zu realisieren. Die Wohnungsbaugesellschaften des Kücknitzer Neubaugebietes hätten zwar ihre Unterstützung zugesagt, bisher gebe es allerdings nur Gelder aus städtischen Mitteln. Deshalb werden für verschiedene Projekte noch Sponsoren gesucht, die Personal- oder Materialkosten übernehmen.

Studien renommierter Professoren belegen, daß in jeder Stadt pro 50 000 Einwohner ein Bauspielplatz wünschenswert wäre. "Sie bieten Kindern eine kreative und vielseitige Beschäftigung. Auch Lärm, Fußballspielen oder die Erfahrung mit den Elementen sind hier nicht verboten", begründet Puhle diese Empfehlung. Kindern und Jugendlichen würde so eine sinnvolle Freizeitbeschäftigung alternativ zum Herumhängen geboten - Vandalismus trete nachweislich weniger auf.

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