Stadtzeitung Lübeck

Herausgegeben von der Hansestadt Lübeck

Dienstag, 16. Juli 2019

Ausgabe vom 16. Dezember 1997

Filmtip

Charlie Chaplin in Lübeck

König Shahdov von Estrovia, durch eine Revolution um seinen Thron gebracht, sucht Zuflucht in den Vereinigten Staaten. Da er kein Geld hat, läßt er sich von einer jungen Dame aus dem Fernsehwerbungsgeschäft überreden, als Darsteller in Werbespots aufzutreten. Aber er macht die Produkte, die er anpreisen soll, nur lächerlich. Als er sich eines kleinen Jungen annimmt, dessen Eltern man wegen ihrer politischen Ansichten vor ein Untersuchungskomitee geschleppt hat, muß er selbst vor diesem Komitee erscheinen. Er wird als unbedenklich deklariert, muß aber erleben, daß der Junge die Freunde seiner Eltern denunziert. Verbittert kehrt Shahdov zusammen mit seiner Frau Amerika den Rücken. Chaplins erster in England gedrehter Film ist eine satirische Abrechnung mit den USA. Chaplin befand sich gerade auf einer Europareise als der damalige Justizminister der Eisenhower-Regierung erklärte, daß Chaplin keine Erlaubnis zur Rückkehr in die Vereinigten Staaten erhalte. Vorausgegangen war dieser Erklärung eine beispiellose Hetzkampagne mit politischen und persönlichen Anschuldigungen gegen Chaplin. In "Ein König in New York" verarbeitete Chaplin also seine eigenen Erfahrungen. Geistvoll parodiert er die gegen ihn erhobenen Vorwürfe des Komitees für unamerikanische Umtriebe. Sir Charles Chaplin stirbt am Weihnachtstag 1977. "Ein König in New York", 19., 20. und 21. Dezember, KoKi, 20 Uhr.

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