Stadtzeitung Lübeck

Herausgegeben von der Hansestadt Lübeck

Donnerstag, 18. Juli 2019

Ausgabe vom 28. September 1999

Gefordert ist Votum der Politik

Konzept für Kreuzfahrtgeschäft-

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Gern gesehene Gäste: Luxusliner mit kaufwilligen Besuchern Foto : LHG

Maritimen Erlebnistourismus fördern
Die rückläufigen Zahlen im Kreuzfahrtgeschäft in Lübeck sind alarmierend: Immer weniger Luxusliner kommen zu Besuch, während in anderen Ostseestädten das Geschäft mit den Seereisenden boomt (siehe unten). Mit einem neuen Konzept, erarbeitet von einer fachbereichs-übergreifenden Arbeitsgruppe der Stadtverwaltung, soll diesem Trend entgegengewirkt werden. Angefangen vom roten Teppich bis hin zum attraktiven Liegeplatz werden auf 16 Seiten Maßnahmen konkretisiert, die der Bürgerschaft am Donnerstag als Beschlußgrundlage vorgelegt werden. Gefordert wird von der Politik nun ein klares Votum für das Kreuzfahrtgeschäft, damit sich die Situation gravierend verbessert.

Dazu gehört unter anderem der Auftrag, den Ostpreußenkai in Travemünde zum Anlegeplatz für Luxusliner umzugestalten. Bisher wird der Skandinavienkai genutzt, doch durch dessen unattraktive Lage für die Städtereisenden von See und durch den Fährverkehr bedingte Engpässe, sind die Möglichkeiten stark eingeschränkt. Dies war bereits in den beteiligten BürgerschaftsAusschüssen unstrittig.

Schwieriger gestaltet sich dagegen die Situation in der Innenstadt. Durch den Bau der Nordtangente ist laut Lübecker Hafen-Gesellschaft zu erwarten, daß der Konstinkai sich weiter Richtung Burgtorterminal ausdehnen und so kaum Platz für Kreuzfahrtschiffe zur Verfügung stehen wird. Alternativstandorte sind rar. Eine Vision der Arbeitsgruppe - auf der nördlichen Wallhalbinsel einen Standort für die Luxusliner, verbunden mit einer maritimen Erlebniswelt zu schaffen - scheiterte am Geschäftsbesorgungsvertrag des Koordinierungsbüros Wirtschaft Lübeck (KWL). Nach diesem Vertrag sind hier eine Wohnbebauung und Geschäftsansiedlungen vorgesehen. Dadurch würden hier keine Anlegemöglichkeiten mehr zur Verfügung stehen. Deswegen soll die Bürgerschaft sicherstellen, daß der Burgtorterminal zukünftig als Kreuzfahrtstandort erhalten bleibt.

Dabei, so Tourismusdirektor Johann W. Wagner im Ausschuß der Lübeck und Travemünde Tourismuszentrale, könne er sich als Touristiker die Umsetzung des Themas Hafenstadt als Erlebniswelt auf der nördlichen Wallhalbinsel sehr gut vorstellen: "Ein Thema, das eine Stadt wie Lübeck längst hätte aufgreifen sollen." Dieser Meinung schloß sich der Ausschuß an. Darum wird die Bürgerschaft nun gebeten, den maritimen Erlebnistourismus beim Vermarktungskonzept der nördlichen Wallhalbinsel als neue zukunftsweisende Ausrichtung der Hanse- und Hafenstadt einzubeziehen.

Dadurch würden Gäste mit Interesse an Maritimem angesprochen, profitieren würden aber auch Ausflugsschiffe, die durch den Wegfall der Duty-Free-Regelung gebeutelt sind. Deshalb will die Arbeitsgruppe dieses Projekt beim Regionalprogramm 2000 des Landes Schleswig-Holstein und der EU anmelden, um Fördergelder für eine Konzeptstudie und Ausbauplanungen einzuwerben.

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