Stadtzeitung Lübeck

Herausgegeben von der Hansestadt Lübeck

Sonntag, 21. Juli 2019

Ausgabe vom 28. September 1999

Schiedsmann der ersten Stunde

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Günther Koolmann schlichtet seit 1972 Streitigkeiten in Lübeck Foto: M. Lohse

Etwa 200 Menschen haben in den vergangenen 28 Jahren Günther Koolmann um Hilfe gebeten. In 80 Prozent der Fälle war der Schiedsmann für den
Bezirk III (St. Jürgen) erfolgreich: Antragsteller und Antragsgegner schlossen einen rechtskräftigen Vergleich und ersparten sich sowohl den Gang zum Gericht als auch hohe Anwaltskosten. In der vergangenen Woche feierte der Vorsitzende der Schiedsmannsvereinigung in Lübeck seinen 70. Geburtstag und stellte die ehrenamtliche Arbeit der Lübecker Schiedsleute vor: "Was beim Amtsgericht ein halbes Jahr dauern kann, ist bei uns manchmal nach zwei Tagen vom Tisch." Koolmann muß es wissen. Der Architekt ist im Schiedsamt ein Mann der ersten Stunde. Am 1. Januar 1972 trat die Schiedsmannsordnung in der Hansestadt Lübeck in Kraft. Vier Tage zuvor war
Koolmann vereidigt worden. Inzwischen hat er das Bundesverdienstkreuz für seine ehrenamtliche Tätigkeit verliehen bekommen. Zwölf Schiedsfrauen und Schiedsmänner können in Lübeck bei Vergehen um Rat gebeten werden. Meist handelt es sich um Beleidigungen, Verunglimpfungen, Sachbeschädigung oder die Verletzung des Briefgeheimnisses. Zuständig ist der Schiedsmann oder die Schiedsfrau des Bezirkes, in dem der Antragsgegner wohnt.

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