Stadtzeitung Lübeck

Herausgegeben von der Hansestadt Lübeck

Montag, 22. Juli 2019

Ausgabe vom 19. Oktober 1999

Moderne Filter gegen dicke Luft

Stadtwerke rüsten Busflotte um - Schadstoffreduzierung oberstes Ziel

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Probe aufs Exempel: Dieter Webers rmel blieb so hell wie das Leinentuch links. Das rechte Tuch war vor einen Auspuff ohne Filter gespannt worden; Foto: M. Lohse

Zum Glück hatte er ein helles Sakko an. So konnte Dieter Weber vom Verkehrsbetrieb der Lübecker Stadtwerke gleich am eigenen Leib die Wirksamkeit der neuen Abgasfilter demonstrieren, mit denen mittlerweile drei Viertel aller Omnibusse ausgerüstet sind. CRT (Continuously-Regenerating-Trap) heißt das Filtersystem, das im Schalldämpfer des Auspuffs installiert ist und dafür sorgt, daß keine Rußpartikel die Umwelt verschmutzen. Durch die fast vollständige Reduzierung der Schadstoffe Kohlenwasserstoff und Kohlenmonoxid entsprechen die Abgaswerte der Busse nun der strengen Euro-III-Norm.

Für rund 860 000 Mark hat der Verkehrsbetrieb 72 Fahrzeuge mit dem neuen Filter nachgerüstet, der nur mit schwefelfreiem Dieselkraftstoff funktioniert. Außerdem wurden 34 neue Busse, die bereits mit einem solchen Filtersystem ausgestattet sind, gekauft. Kostenpunkt: Je nach Ausstattung bis zu 450 000 Mark pro Fahrzeug. Bei einem Kraftstoffverbrauch von 4,5 Millionen Liter jährlich fallen außerdem rund 230 000 Mark zusätzliche Kosten für den etwas teureren schwefelfreien Diesel an.

"Wir haben zwei Jahre lang diskutiert, wie wir die Schadstoffemission unserer Busse am besten senken können", sagte Verkehrsbetrieb-Chef Joachim Sprenger. Gegenüber Erdgasmotoren sei dies die preisgünstigere und ebenso wirksame Lösung gewesen. "Bei der Entscheidung für Erdgasmotoren hätten wir 18 Millionen Mark investieren müssen und jährlich 2,3 Millionen Mark Mehrkosten gehabt."

Acht Jahre haben die ältesten Busse des Verkehrsbetriebes auf den Buckel, die noch mit Filtern nachgerüstet werden können.

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