Stadtzeitung Lübeck

Herausgegeben von der Hansestadt Lübeck

Montag, 22. Juli 2019

Ausgabe vom 19. Oktober 1999

Der Platz an der Sonne lohnt sich

Stadtwerke und Preussen Elektra schenken Schülern Photovoltaik-Anlage

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Die angehenden Elektrotechniker Marcel Wolter, Sven Prigge und Eray Sener (v.li.) durchschauen das kompliziert aussehende Innere des Wechselrichters. Er gehört zur Photovoltaik-Anlage, die sie eigenhändig aufgebaut haben; Foto: M. Lohse

In einem gläsernen Schaukasten im Foyer der Lübecker Gewerbeschule I stehen Meßgeräte, Solarmodule und ein Computerbildschirm. Hier läßt sich verfolgen, wieviel Energie je nach Sonneneinstrahlung durch die neue Photovoltaik-Anlage auf dem Dach des Schulgebäudes eingespeist wird. Elektrotechnik-Schüler im zweiten Berufsbildungsjahr haben den Kasten gestaltet. Sie sind Experten für das, was in Sachen Solarenergie an ihrer Schule passiert. Vergangene Woche wurde die Anlage offiziell eingeweiht, die eine Gruppe von 15 Schülern noch vor den Sommerferien selbst aufgebaut hat.

18 000 Mark für die Photovoltaik-Anlage und 3000 Mark für einen Experimentierkoffer zu Unterrichtszwecken zahlten die Preussen Elektra und die Stadtwerke. Der Schulverein übernahm 3000 Mark Installationskosten. Die Gewerbeschule I gehört zu den 450 ausgewählten Schulen im Bundesgebiet, die durch das 1997 initiierte Projekt "SONNEonline" von der Preussen Elektra und verschiedenen Partnerunternehmen mit einer Photovoltaik-Anlage gefördert werden.

"Wir haben im Hof erst mal ein Radio an die Anlage angeschlossen, um zu sehen, ob das funktioniert", erklärt Lehrer Reinhard Winter die spielerische Herangehensweise an das Thema. Erst dann habe man das rund zehn Quadratmeter große Solarmodul auf dem Dach installiert.

Denkmalschutz setzt Grenzen

"Wenn wir alle Flächen auf unseren Flachdächern nutzen dürften, könnten wir den gesamten Energiebedarf unserer Schule mit Solarenergie decken", sagt Schulleiter Dietmar Fröhlich. Bei voller Sonneneinstrahlung speist die Anlage 1000 Watt ins Netz. Das Geld sei kein Problem, aber der Denkmalschutz spiele nicht mit. "Ein Jammer", sagt Fröhlich. Zwar sei die Anlage kaum zu sehen, aber mit der Genehmigung einer größeren Anlage werde die Schaffung eines Präzedenzfalls befürchtet, der das Weltkulturerbe gefährden könnte. Eine Ausnahme war jetzt möglich, weil es sich um ein didaktisches Mittel handelt.

"Die Installation hat sich gelohnt", sind sich alle einig. "Man kann sich viel besser vorstellen, was regenerative Energie ist", sagt Schüler Sven Prigge. "Die Fachleute von morgen müssen neue Technologien kennenlernen", sagte Schulleiter Fröhlich bei der Einweihung, zu der Vertreter der Preussen Elektra und der Stadtwerke gekommen waren. "Ihre Unterstützung hat für uns eine wesentliche Bedeutung", dankte Fröhlich den Förderern. Außerdem seien die Unternehmen außerst verläßliche Ausbildungspartner für die Schüler.

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