Stadtzeitung Lübeck

Herausgegeben von der Hansestadt Lübeck

Montag, 22. Juli 2019

Ausgabe vom 30. November 1999

Frauenförderung in Südafrika

DrägerForum bietet Fortbildung an - Einblick durch Betriebspraktika

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Frauenministerin Angelika Birk (li.) freute sich ber eine Skulptur der Frauen-Delegation aus Südafrika. berreicht wurde sie von Fancina Moshesh Foto: M. Lohse

"Empowerment for Women" lautete die Losung auf der UN-Frauenkonferenz 1996. Das Ziel: Frauen in Wirtschaft, Politik und Gesellschaft zu fördern. Daß dies keine inhaltsleere Floskel war, sondern konkrete Aktivitäten zur Frauenförderung nach sich zog, wurde vergangene Woche im Audienzsaal des Lübecker Rathauses deutlich. Auf Einladung der schleswig-holsteinischen Landesregierung und der Hansestadt Lübeck sind sieben Frauen aus Südafrika, die sich bereits im Bereich Frauenförderung bewährt haben, zu einem zweiwöchigen Workshop des DrägerForums in Schleswig-Holstein zu Gast.

Sozialsenatorin Dagmar Pohl-Laukamp und Frauenministerin Angelika Birk begrüßten die Johannesburgerinnen, die in öffentlichen und privaten Betrieben tätig sind. Während ihres zweiwöchigen Aufenthaltes machen sie sich als Betriebspraktikantinnen in Unternehmen in Schleswig-Holstein und Hamburg ein Bild über die Handhabung von Gleichstellung in der deutschen Arbeitswelt.

Fragen nach Chancengleichheit für Frauen und Männer, die Vereinbarkeit von Beruf und Familie sowie die Praxis der Personalbeschaffung sind Themen, die ebenfalls auf dem Programm stehen. Eine der Teilnehmerinnen wird als Praktikantin die Arbeit des Ministeriums für Frauen, Jugend, Wohnungs- und Städtebau in Kiel kennenlernen. Die Organisation liegt in den Händen des DrägerForum GmbH, das einen intensiven Kontakt zu verschiedenen Organisationen in Südafrika aufgebaut hat und Frauen zu Mentorinnen für Frauenförderung ausbildet.

Birk betonte, daß die Gleichberechtigung von Frauen und Männern zwar im bundesdeutschen Grundgesetz verankert ist, es aber - trotz vieler Bemühungen - immer noch Unterschiede zwischen Rechtslage und sozialer Wirklichkeit gebe. Tsipane Nkwe, Leiterin der südafrikanischen Delegation, betonte, daß nach dem Ende von Unterdrückung und Rassismus in Südafrika auch die Gleichberechtigung der Frauen nicht aufzuhalten sei: "Der Zug ist da. Er muß nur noch geölt werden."

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