Stadtzeitung Lübeck

Herausgegeben von der Hansestadt Lübeck

Donnerstag, 18. Juli 2019

Ausgabe vom 23. Mai 2000

Ein Martyrium

Deportation von Sinti und Roma gedacht

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Viele nahmen an der Gedenkfeier teil; Foto: M. Langentepe

Mit einer Feier am Gedenkstein für die Opfer des Nationalsozialismus am Holstentor haben Vertreter des Landes und der Hansestadt am vergangenen Dienstag der Deportation deutscher Sinti und Roma vor 60 Jahren gedacht.

Am 16. Mai 1940 wurde der größte Teil der damals in Schleswig-Holstein lebenden Sinti und Roma deportiert. Diese Deportation leitete ein Martyrium von KZ-Haft, Hunger, Krankheit, medizinischen "Versuchen" und Zwangsarbeit ein, das in vielen Fällen mit dem Tod endete, oder Auftakt war zur fabrikmäßigen Vernichtung in Gaskammern.

Nobelpreisträger Günter Grass, Vorsitzender und Stifter der Stiftung zugunsten des Romavolkes, sagte in seiner Ansprache: "Vor 60 Jahren geschah das Ungeheuerliche, doch damals Normale. An einem Tag im Mai wurden die in Schleswig-Holstein seit Generationen lebenden Sinti, wegwerfend Zigeuner genannt, zusammen getrieben und deportiert. "

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