Stadtzeitung Lübeck

Herausgegeben von der Hansestadt Lübeck

Dienstag, 16. Juli 2019

Ausgabe vom 23. Mai 2000

Mehr legale Flächen für Graffiti-Kunst

Kapazität Stadthaus ausgereizt - Grüne fordern mehr Akzeptanz

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Geht es nach den Wünschen der Grünen, sollen Jugendliche in der Hansestadt mehr legale Flächen für die Kunst aus der Sprühdose erhalten; Foto: T. Wewer

Die Hansestadt Lübeck soll zusätzlich zum Stadthaus am Markt Flächen für das Graffiti-Sprayen zur Verfügung stellen, fordert die Fraktion Bündnis 90/ Die Grünen in ihrem Antrag in der Bürgerschaft. "Beispielsweise könnten Autobahnunterführun-gen, alte Gebäude oder Bauzäune offiziell zur legalen Graffiti-Gestaltung den Jugendlichen überlassen werden", wünscht sich die Fraktionsvorsitzende Antje Jansen.

Die Kapazitäten des Stadthauses seien erschöpft. Die Jugendlichen würden die Bilder nicht übersprayen, sondern eher auf benachbarte Flächen wie die Marien-Kirche ausweichen. "Wir sind von Jugendlichen angesprochen worden, auf weiteren Flächen das Sprayen zu erlauben", so Jansen. Vor allem die jungen Leute, die teilweise wahre Kunstwerke mit der Sprühdose zaubern würden, litten unter Platzmangel - und das seien die meisten in der Graffiti-Szene und nicht die Kürzelsprüher.

"Die Stadt sollte sich bereitwillig mit diesem Thema auseinandersetzen und die Jugendlichen nicht nur verurteilen", begründet Jansen die Forderung. Neue Ideen für die Legalisierung des Sprayens seien gefragt und nicht die Kriminalisierung des Themas.

Ein Projekt der Stadt Bad Segeberg beweise, daß durch legal zu besprühende Flächen das Problem eingedämmt werden könne. "Es wurden eindeutig weniger wilde Sprühereien festgestellt", sagt Jansen.

Sicherlich könne man das illegale Sprayen von Kürzeln nicht völlig unterbinden, räumt Jansen ein. Doch der zur Zeit negativen öffentlichen Debatte müsse man mit mehr Akzeptanz dieser Kunstart begegnen.

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