Stadtzeitung Lübeck

Herausgegeben von der Hansestadt Lübeck

Donnerstag, 18. Juli 2019

Ausgabe vom 30. Mai 2000

Editorial

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Eng - geradezu hauteng - ist sie, die Kooperation von CDU und SPD in Lübecks Bürgerschaft. Wer es nicht glaubt, weiß es seit der jüngsten Sitzung genau. Wider aller Erwartung bleiben die Mitglieder der CDU gelassen, als die SPD gegen ihren Dringlichkeitsantrag stimmt, den von der CDU nominierten Wirtschafts- und Sozialsenator zu wählen.

Ist das etwa kein Grund, die vertraglich geregelte Kooperation anzuzweifeln? Offensichtlich nicht. Das Zögern der SPD ist schon vorher abgesprochen.

Bei zwei anderen Abstimmungen jedoch stimmt die SPD gegen die CDU. Das mißfällt deutlich. Der CDU-Fraktionsvorsitzende erhebt sich und schreitet langsam auf die SPD-Vorsitzende zu. Hat die SPD etwa nicht aufgepaßt? Hat sie falsch gestimmt? Ist vorher etwas anderes besprochen worden? Unruhe in den SPD-Reihen zeigt: Ja, da ist wirklich etwas schiefgelaufen.

Der Grünen wehren sich: Sie meinen, die Kooperation dürfe nicht immer auf dem Rücken anderer ausgetragen werden. Der Stadtpräsident läßt die Abstimmungen wiederholen. Jetzt streckten die beiden großen Gruppen von den rechten und linken Seiten des Bürgerschaftssaals gemeinsam ihre Hände in die Höhe. Wen interessiert es, daß die Hälfte von ihnen vor zwei Minuten anders gestimmt hat? Demokratie und Kooperation sind eine schöne Sache, findet Ihre SZ-Redaktion

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