Stadtzeitung Lübeck

Herausgegeben von der Hansestadt Lübeck

Dienstag, 16. Juli 2019

Ausgabe vom 30. Mai 2000

Hanse ist ein Erfolg

Bernhard Topp seit 20 Jahren dabei

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Urgestein der Hanse: Der 62jährige Bernhard Topp aus Soest; Foto: M. Erz

"Ich habe nie geglaubt, daß die Hanse so ein Erfolg wird", blickt Bernhard Topp aus Soest auf die vergangenen 20 Jahre zurück. Topp, Kulturbeauftragter und Hansebotschafter seiner Stadt, gehört zum Urgestein der Hanse der Neuzeit. Der 62jährige hat an allen 20 Hansetagen teilgenommen und damit wie kaum ein anderer die positive Enwicklung mitverfolgt.

"Am Anfang stand nur die Idee, sich kennenzulernen auf der Basis der gemeinsamen Tradition", so Topp. "Mittlerweile ist dadurch eine neue Stadtkultur entstanden." Denn zu der Zeit der Neugründung der Hanse seien die Städte "durch übergeordnete Strukturen" immer mehr eingeengt worden. "Die Städte hatten ihr Selbstbewußtsein verloren".

Das sei heute wieder anders: "Die Städte haben sich wieder auf sich selbst besonnen." Dadurch habe sich ein vielfältiges Kommunikationsgeflecht ergeben.

Eine weitere Stärkung des Hansegedankens habe dann die "Explosion im Osten" verursacht, also der Zusammenbruch der Sowjetunion, durch den es auch den osteuropäischen Städten möglich wurde, der Hanse beizutreten.

Da sei aus dem Hansetag wieder ein politisches Bündnis geworden. Denn "wenn Städte sich zusammenschließen, dann schließen sich auch Menschen zusammen", so Topp.

Dieses Bündnis verschaffe sich beispielsweise auch bei der Europäischen Union (EU) Einfluß. "Für Fördermittel braucht man ein gemeinsames Dach."

Aufpassen müsse man allerdings, daß der Hansetag nicht "verkommerzialisiert" werde. Erste Ansätze dazu habe es 1999 in Oldenzaal gegeben, in Zwolle sei dies noch stärker festzustellen gewesen. Doch das widerspreche dem Geist der Hanse. Und so stelle er rückblickend fest: "Die besten Hansetage waren immer in den kleinen Hansestädten."

Ein dickes Lob gibt es für Lübeck. Sowohl Dr. Robert Knüppel (CDU) als auch Michael Bouteiller (SPD) hätten ihre Sache als Hanse-Vormann "gut gemacht". Topp: "Das soll so bleiben". Damit ist Bernd Saxe also schon mindestens eine Stimme sicher, wenn er sich im nächsten Jahr in Riga zur Wahl zum Hansevormann stellt.

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