Stadtzeitung Lübeck

Herausgegeben von der Hansestadt Lübeck

Freitag, 19. Juli 2019

Ausgabe vom 26. Juni 2000

Über eine Rutsche in die Ostsee

Ein neues Aqua Top direkt im Meer? - Senat erörtert Travemünder Projekte

Während ihrer Senatssitzung im Kurhaushotel in Travemünde am vergangenen Mittwoch haben die Senatoren und Bürgermeister Bernd Saxe eine Vielzahl wichtiger Projekte im Ostseeheilbad erörtert. Dazu gehör- ten beispielsweise der Ausbau des Skandinavienkais, die künftige Nutzung des Casinos, die Situation auf dem Priwall sowie die Frage, was mit dem Aqua Top geschehen soll.

Unter dem Vorbehalt, daß die Bürgerschaft statt einer Sanierung des Aqua Tops einen Neubau unter Hinzuziehung privater Investoren beschließt, stellte Bausenator Dr. Volker Zahn zwei mögliche Standorte vor: In gedachter Verlängerung zur Bertlingstraße könnte ein Spaß- oder Freizeitbad direkt in der Ostsee errichtet werden, das über eine etwa 150 Meter lange Seebrücke zu erreichen wäre. Dieses Seebad in der Ostsee könnte mit einer kleinen Marina kombiniert werden. Ein solches Erlebnisbad wäre derzeit einzigartig sowohl an der schleswig-holsteinischen als auch entlang der Mecklenburger Ostseeküste.

Weitere denkbare Standorte lägen im Bereich der Nordermole: Das Erlebnisbad könnte direkt am Strand errichtet werden. Badende hätten beispielsweise die Möglichkeit, über Rutschen direkt in der Ostsee zu baden.

Die Fläche, auf der jetzt das Aqua Top steht, könnte dann nach einem Abriß des Gebäudes als neue Veranstaltungsfläche genutzt werden. Der jetzige Parkplatz bliebe erhalten.

Tourismusdirektor Johann W. Wagner stellte dem Senat eine Konzeptskizze für das Casino, das seit Februar wieder im Besitz der Hansestadt ist, vor: Neben der Spielbank würde das Casino Standort eines Welcome- Centers sowie von LTZ-Büros werden.

Einen weiteren Bereich würden Räume für Veranstaltungen und Gastronomie einnehmen, außerdem würden dem Einzelhandel Flächen im Erdgeschoß zur Verfügung stehen. Dienstleistungen, beispielsweise Fitneßeinrichtungen, könnten im Erdgeschoß oder aber eventuell auch im ersten Obergeschoß untergebracht werden. Vorgesehen ist bei dieser Skizze auch ein First-class-Hotel.

Das endgültige Konzept müsse zwischen Verwaltung und den politischen Gremien abgestimmt werden.

Um die zukünftige Entwicklung des Priwalls voranzutreiben, hat Bürgermeister Saxe den Bausenator beauftragt, eine Gesamtkonzeption zu erarbeiten. Wünschenswert dabei sei eine Kombination aus neuen Sport- beziehungsweise Segelboothäfen und Ferienhäusern, um den Priwall zukünftig für eine touristische Nutzung neu und besser nutzen zu können.

Erfreulich sei der Ausbau des Skandinavienkais, der zügig voranginge. Die Anzahl der Fähranleger wird in den nächsten Jahren von heute acht auf zehn oder elf erhöht, fast überall werden Doppelstockanleger errichtet. Insgesamt werden bis zum Jahr 2002 rund 250 Millionen Mark in einem ersten Schritt in den Ausbau investiert. "Damit ist die Zukunftsfähigkeit der Lübecker Häfen hinsichtlich der prognostizierten Umschlagszahlen gesichert", sagte Saxe.

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