Stadtzeitung Lübeck

Herausgegeben von der Hansestadt Lübeck

Dienstag, 16. Juli 2019

Ausgabe vom 03. Juli 2000

Lübeck zeigt Zähne

Leine und Maulkorb für "Kampfhunde"

Aufgeschreckt durch den tragischen Tod eines Schülers in Hamburg, hatten die SPD-Fraktion und Bündnis 90/Die Grünen im Wege der Dringlichkeit Anträge zur Haltung gefährlicher Hunde eingebracht, die jeweils einstimmig beschlossen wurden. Damit wird die Verwaltung beauftragt, alle Möglichkeiten konsequent umzusetzen, die der Hansestadt Lübeck auf kommunaler Ebene zur Abwehr der Gefahren durch sogenannte "Kampfhunde" zur Verfügung stehen.

Dazu zählen zum Beispiel ein Maulkorb- und ein Leinenzwang sowie eine drastische Erhöhung der Hundesteuer für bestimmte Rassen. Darüber hinaus soll geprüft werden, ob für die Hal-
terInnen ein Hundeführerschein eingeführt werden kann.

Daneben wird die vom Landesinnenminister Klaus Buß, SPD, erarbeitete Gefahrhundeverordnung, die am kommenden Freitag in Kraft tritt, ausnahmslos unterstützt. Das wichtigste Ziel dieser Verordnung ist, Zucht und Handel mit sogenannten "Kampfhunden" zu verbieten und einen Kastrations- und Sterilisationszwang vorzuschreiben. Zu den "gefährlichen Hunden" zählen nicht nur bestimmte Rassen wie beispielsweise American Pitbull Terrier, American Staffordshire Terrier oder der Staffordshire Bullterrier, sondern auch Hunde, die bereits einen Menschen gebissen haben oder in bedrohlicher Weise angesprungen haben.

Wer die Auflagen mißachtet, kann mit einem Zwangsgeld belegt werden. Im Extremfall kann dem Halter beziehungsweise der Halterin das Tier sogar weggenommen werden.

Daneben prüft die Hansestadt derzeit, ob Lübeck wie Leipzig einen Stadtordnungsdienst einrichten soll. In der sächsischen Großstadt überprüft dieser Dienst die Einhaltung der Auflagen und ahndet Verstöße.

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