Stadtzeitung Lübeck

Herausgegeben von der Hansestadt Lübeck

Dienstag, 16. Juli 2019

Ausgabe vom 03. Juli 2000

Trotz Abriß in der Straße wohnen bleiben

In vier Jahren soll die Robert-Koch-Straße in Abschnitten neu gebaut werden

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Der Abriß des ersten Wohnblocks wird vorbereitet Foto: M. Rulfs

Sieben Wohnblocks in der Robert-Koch-Straße mit insgesamt 254 Wohnungen und damit fast alle Gebäude der Straße werden abgerissen. Dies hat der Lübecker Bauverein im vergangenen September beschlossen. An ihre Stelle baut die Genossenschaft ab Herbst dieses Jahres bis zum Jahr 2004 zwei durchgehende Häuserzeilen mit 262 Wohnungen.

Die 1952 in sehr einfacher Bauweise erichtete Robert-Koch-Straße liegt in einem Teil St. Jürgens, der überwiegend aus den 20er Jahren stammt. Dazu gehö-ren der Friedrich-Ebert-Hof, die Wohnblöcke der Friedrichstraße mit auffälligen Backsteinornamenten und die Tonnendach-Wohnblöcke der Billroth- und Helmholtzstraße. Mit 24 Millionen Mark soll das gesamte Quartier saniert werden. Im Gegensatz zu den älteren Häusern werden die Blöcke in der Robert-Koch-Straße nicht saniert. Eine Grundmodernisierung, wie sie die Genossenschaft etwa an der Kurt-Schumacher-Straße unternommen hat, hätte Thorsten Krellenberg, Vorstandsvorsitzender der Genossenschaft, zufolge fast so viel wie ein Neubau gekostet, bei weitem aber nicht die Qualität desselben gehabt. Die neuen Wohnungen werden energiesparende Heizungen, Balkons, Loggien oder Terrassen und Tiefgaragenstellplätze haben. Sie werden größer sein als die alten, so daß sie auch für Familien mit Kindern attraktiv sind.

218 Wohnungen mit einer Eingangsmiete von 9,50 Mark pro Quadratmeter werden als Sozialwohnungen gefördert,
44 Wohnungen mit einer Eingangsmiete von 12,80 Mark sollen frei finanziert werden, um, so Krellenberg, "die Sozialstruktur zu mischen". Um den Bewohnern der Häuser, die abgerissen werden, neue Wohnungen anbieten zu können, wird in einzelnen Abschnitten gebaut. Außerdem werden Umsetzwohnungen aus der Umgebung für Übergangslösungen herangezogen. Auch Anwohner ohne Wohnberechtigungsschein können für 9,50 Mark Eingangsmiete in der Robert-Koch-Straße wohnen bleiben. In einem Büro in der Robert-Koch-
Straße 10 berät Bernd Teske von der Genossenschaft Mieter in allen Fragen, die mit Aus- und Umzug zu tun haben. Bereits 70 Prozent der Mieter haben sich dort geäußert, in welchen Neubau sie ziehen wollen.

Für den Neubau sind bereits einige Bäume gefällt worden. Peter Thater, beim Bereich Naturschutz für Bäume zuständig, hat prüfen lassen, daß nur solche Bäume gefällt wurden, für die eine Genehmigung vorlag. Für die alten Bäume werden über 60 neue Bäume gepflanzt.

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