Stadtzeitung Lübeck

Herausgegeben von der Hansestadt Lübeck

Dienstag, 16. Juli 2019

Ausgabe vom 03. Februar 1998

Die Sträuße waren schon gekauft

Neue Umweltsenatorin gewählt - Maria Krautzberger noch bis März im Amt

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Stimmenauszählung nach der Senatorinnenwahl mit (v. l.) Erwin Stahlbaum, Norbert Döhring, Antje Jansen, Klaus Puschaddel, Büroleiter Wolfgang Barz, Adelheid Oldenburg, Bärbel Derlin und Angelika Niederwitz. Foto: M. Erz

"Ich bin Umweltdezernentin", betont Dr. Beate Hoffmann nach der Verkündung des Wahlergebnisses in der Bürgerschaft - eine diplomatische aber dennoch eindeutige Antwort auf die Frage der SZ, ob sie im Zweifelsfall der Wirtschaft oder dem Naturschutz den Vorzug geben würde.

Dietrich Szameit hatte sie zuvor vor den Bürgerschaftsmitgliedern ins Kreuzverhör genommen: Er wollte ihr Stellungnahmen zu Themen wie den Ausbau der A 20 oder des Flughafens entlocken. Sie lehnte dies mit der Begründung ab, sie sei es als Richterin gewohnt, sorgfältig Hintergründe zu prüfen. Sie könne daher nicht ad hoc über hochbrisante politische Themen urteilen. Damit scheiterte der Versuch des SPD-Fraktionsvorsitzenden, zu verdeutlichen, daß es zwischen den Grünen und der CDU keine Berührungspunkte und damit keinen Grund gebe, für dieselbe Kandidatin zu stimmen.

Ein Abtrünniger war dabei

Doch weder CDU noch Grüne ließen sich auf die SPD-Seite ziehen, so daß sich nur die Sozialdemokraten für die Wiederwahl von Maria Krautzberger (SPD) aussprachen - und das nicht einmal vollzählig. Ein Abtrünniger hatte offensichtlich die geheime Wahl dazu genutzt, sich dem Fraktionszwang zu widersetzen: Nur 22 der 23 SPDler stimmten gegen die Wahl der Potsdamerin. Die restlichen Bürgerschaftsmitglieder votierten für die Potsdamerin. WIR und CDU waren sich ihrer Sache sehr sicher gewesen: Kaum hatte Beate Hoffmann erklärt, sie werde die Wahl annehmen, eilten Michael Edler (WIR) und Klaus Puschaddel (CDU) mit Blumensträußen herbei. Gabriele Hiller-Ohm (SPD) hatte zuvor noch einen Versuch gemacht, Stimmen für die nun noch bis Ende Februar amtierende Umweltsenatorin Maria Krautzberger, die nur zu Beginn der Sitzung anwesend war, zu gewinnen. Sie spottete über das "sich anbahnende grün-schwarze Umweltbündnis" und erwähnte, Maria Krautzberger habe in fachlicher und menschlicher Hinsicht überzeugt und umweltpolitisch zahlreiche Erfolge zu verzeichnen.

Auf das Argument von Klaus Puschaddel, politische

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