Stadtzeitung Lübeck

Herausgegeben von der Hansestadt Lübeck

Dienstag, 23. Juli 2019

Ausgabe vom 03. Februar 1998

Filetstück für Jugendsubkultur

Mietvertrag auf der Wallhalbinsel verlängert - Für Touristen zumutbar?

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Die Alternative liegt direkt gegenüber von der MuK; Foto: M. Erz

Der Mietvertrag der Alternative ist verlängert worden. SPD und Grüne stimmten für das Projekt auf der Wallhalbinsel.

Die CDU hatte in einem Antrag gefordert, den Vertrag mit dem Jugendkulturzentrum zu kündigen. Daß die Jugendlichen dort mietfrei untergebracht sind, so Peter Sünnenwold von der CDU, sei eine Bevorzugung. Auch sei der Zustand und die Bemalung der Gebäude nicht tragbar. "Es schreckt die Touristen ab. Das muß abgerissen werden," so Sünnenwold. Michael Edler von der WIR-Fraktion plädierte dafür, die Jugendlichen an einen anderen Standort zu verlegen. "Das Filetstück der Wallhalbinsel muß vernünftig genutzt werden," sagte Edler.

Demgegenüber hob Antje Jansen von den Grünen den ehrenamtlichen Charakter des Projektes hervor: "Die Alternative schafft ein Angebot, das es sonst nicht gibt und das eine große Anzahl Jugendlicher nutzt. Das läuft alles auf ehrenamtlicher Basis," sagte Jansen. Es sei ein Gebot der Toleranz, das Nebeneinander verschiedener Lebensstile zu dulden. Diese könne durchaus auch den Besuchern einer Weltkulturstadt zugemutet werden könne.

Nachdem der SPD-Antrag auf Verlängerung des Mietvertrages mehrheitlich angenommen wurde, applaudierten die Besucher auf der Tribüne. Sie hatten bereits während der Bürgerschaftssitzung mit Transparenten vor dem Rathaus demonstriert. Der Vertrag, der dieses Jahr ausläuft, ist nun auf weitere fünf Jahre verlängert worden.

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