Stadtzeitung Lübeck

Herausgegeben von der Hansestadt Lübeck

Dienstag, 16. Juli 2019

Ausgabe vom 25. Juli 2000

Die Wikinger erobern alle Herzen

"Felag" im Travemünder Brügmanngarten: Ein vergnügliches und lehrreiches Freilichtmuseum

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Neuheiten haben es in Lübeck schwer - diese Erfahrung macht derzeit Weltumsegler Burghard Pieske mit seinem Wikingerdorf "Felag" im Travemünder Brügmanngarten. Ideal gelegen zwischen Hotel-Hochhausschande und Kursaal-Sünde, zeigen Pieske und seine Wikingerfreunde das Leben des Nordvolkes aus einer Zeit, als es keine Architekten und Bausenatoren gab, und somit nur läßliche Alltagssünden vorkamen.

Eine schwere Sünde ist es jedoch, nicht im"Felag" vorbeizuschauen. Und allzu viele der auf insgesamt eine halbe Million geschätzten Travemünder-Woche-Besucher machen einen Bogen um das Lager, das so viel zu bieten hat: Dort lebt beispielsweise die Wikingersippe "Ygdrasil" aus Stade und Kiel. Sie haben ein eigenes Wikingerboot mitgebracht, mit dem man auf der Ostsee schippern kann und ein Gespür dafür bekommt, was Pieske 1991/92 auf seiner sagenhaften Abenteuertour auf den Spuren vonLeif
Eriksson erlebte: Mit drei Leuten segelte Pieske von Island über Grönland nach New York - eine Großtat des Seehelden aus dem Adel der Weltumsegler, zu der der Lübecker seit vielen Jahren gehört. Die "Wiking Saga", gebaut auf Poel, hat Pieske dabei. Sie steht aufgebockt im Lager. Von ihr herunter präsentiert der energiegeladene Seebär und "Pauker" seine fesselnden Erzählungen.

Gleich nebenan sitzen Sønke Baum und Isa Reher mit ihrer Familie vor dem Zelt. Die beiden haben auf "wikingisch" geheiratet. Das war am Sonnabend und es goß in Strömen. "Das fanden wir besonders toll - auch wenn einige von uns wegen des nassen Strohs im Feuerkreis beinahe eine Rauchvergiftung bekommen haben."

Pieskes Felag ist mehr als ein Gag: Es ist lehrreich und verzichtet auf den gefürchteten Mummenschanz, den historische "Events" oft an sich haben. Gesamturteil: Einfach toll!

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